Die Entwicklung und Auswirkung der Coronakrise in den afrikanischen Ländern ist momentan schwer zu beurteilen – bisher sind die Infektionsraten in Relation zu anderen betroffenen Ländern recht gering. Doch eine eskalierende Verbreitung des Virus würde zu kastastrophalen Zuständen führen – nicht zuletzt wegen der mangelhaften Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Ländern und der sozialen Enge in den Townships und Slums.

Auch führende Ökonomen schlagen Alarm wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise.
Sie schätzen, dass mehr als 10 Milliarden Dollar aufgebracht werden müssen, um die unvorhergesehenen Gesundheitsausgaben zu decken. Diese werden die afrikanischen Volkswirtschaften ausnahmslos aus dem Gleichgewicht bringen: Die Verschuldung wird steigen, die Defizite werden sich ausweiten und die Unternehmen werden in Konkurs gehen.

Eine weitere entscheidende Frage der Krise ist das Verhältnis zu China. Da der asiatische Riese in den letzten Jahren stark in Afrika investiert hat, wird es notwendig sein, die Entwicklung seiner Beziehungen in Afrika nach der Coronakrise zu überdenken. In Zentralafrika sind auch die erdölproduzierenden Länder beunruhigt, da der Preis pro Barrel und die Exporte zurückgegangen sind. In einem Monat hat sich der Preis pro Barrel halbiert. Je länger der Preis niedrig bleibt, desto mehr Geld geht verloren, was den Volkswirtschaften schadet. Dazu sagt Daniel Ona Ondo, Präsident der CEMAC-Kommission: „Wenn der derzeitige Trend bei den Rohölpreisen anhält, wird die Situation erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Ein Rückgang des Rohölpreises um 30 Dollar bedeutet für einige Staaten einen Verlust von 600 Milliarden CFA-Francs [915 Millionen Euro]. Daher werden Haushaltskorrekturen erforderlich sein. »

Im Maghreb ist es der Tourismus, der Sorgen bereitet. Abgesehen von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Prognose eines schwierigen Jahres aufgrund der Dürre in Marokko könnte sich der Mangel an Touristen auf den Haushalt auswirken und die Liste der krisengeschüttelten Sektoren erweitern.
„Der Tourismussektor- mit 500.000 Arbeitsplätze und 8.500 Unternehmen – wird bis zum Ende des Jahres mehr als 3 Milliarden Euro an Umsatz verlieren, wenn wir uns bis dahin nicht erholen.“, warnt Abdellatif Kabbaj, Präsident der National Tourism Confederation.
Die gleiche Situation in Tunesien, nach einem vielversprechenden Jahresbeginn wird auch dieser Sektor von der Coronavirus-Krise erfasst, und es regnet Annullierungen. In Tunesien macht der Tourismus 14,20% des BIP aus.

Hoffen wir,  dass die Krise schnell überwunden und das Schlimmste verhindert werden kann.