Kenia und die Coronakrise

Kenia ist mit 172 bestätigten Coronafällen (Stand 08.04) bei rund 50 Millionen Einwohnern im Vergleich zu anderen Ländern bisher noch recht glimpflich davongekommen – könnte man meinen. Doch ein weiterer Anstieg der Fallzahlen könnte in Kenia dramatische gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Folgen haben. Kenia als Exportland u.a. für Tee, Kaffee, Schnittblumen, Hülsenfrüchte ist abhängig von der weltweiten Nachfrage, die Auswirkungen der wirtschaftlichen Deglobalisierung sind hier schon längst erkennbar. Auch der Tourismus – ein wichtiger Wirtschaftszweig für Kenia – ist durch die Beschränkungen der Reisefreiheit deutlich zurückgegangen. Durch die Erhöhung der Fallzahlen & des Risikos einer Ansteckung würde der Tourismus komplett brachliegen – Jobverluste, soziale Verwerfungen drohen. Auch das Gesundheitssytem in Kenia könnte einen Ansstieg der Infektionen nicht standhalten.
Kenia hat daher mit deutlichen Maßnahmen reagiert, u.a. einer nächtlichen Ausgangssperre, Quarantäne für Einreisende, Stop des internationalen Flugverkehrs. Und im Gegensatz zu Deutschland ist in Kenia das Tragen von Schutzmasken in der  Öffentlichkeit bereits Pflicht – allerdings gibt es hier ein Problem: Viele Kenianer können sich Schutzmasken nicht leisten.

Social distancing – ein großes Problem

Das hat nun kenianische Fashion- und Möbeldesigner auf den Plan gerufen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Masken für mittellose Kenianer zu spenden. Das Tragen von Schutzmasken ist besonders für Bewohner der Slums – mehr als 60% der Bewohner Nairobis leben in Slums – wichtig, denn diese leben bei mangelnder Hygiene auf engstem Raum, „social distancing“ ist hier nicht möglich. Unter diesen Umständen ist die Ansteckungsgefahr und das Risiko der Verbreitung des Coronavirus besonders hoch.

 

Hilfe für die Armen

Sara Reeves, eine Initiatorin des Projektes, ist Möbeldesignerin und hat mit ihrem Unternehmen Love Artisan in Nairobi Möbel hergestellt. Doch auch Sie wurde Opfer der Krise und musste den Laden schließen. Nun heißt es, Schutzmasken zu nähen, und zwar aus „Chitenge“, einem ostafrikanischen Kleiderstoff in fester Qualität – zur eigenen Finanzierung, aber auch für den guten Zweck, denn für jede verkaufte Maske wird eine Maske an Bedürftige gespendet. Bisher wurden so über 500 Masken produziert, weitere folgen.

Andere Designer sind dem Beispiel gefolgt und haben ähnliche Projekte an den Start gebracht. So zum Beispiel Lilabare– ein Modelabel aus Nairobi – zehn Prozent der produzierten Masken werden nach eigenen Angaben an mittellose Kenianer gespendet.

 

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