Der Ruf nach einem Schuldenerlass für Afrika wird immer lauter, denn die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise dürften nirgendwo gravierender ausfallen als in den ärmsten und schwächsten Staaten des afrikanischen Kontinents. Diese zählen – auch wenn in epidemiologischer Hinsicht noch alles im grünen Bereich zu sein scheint – schon jetzt als potentielle Verlierer der Krise.

Bereits am 25. März bat der senegalesische Präsident Macky Sall um Unterstützung in der Coronakrise durch einen Schuldenerlass. Ein Statement das auch in Europa Anklang fand, u.a. beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der in seiner Rede am 13. April Hilfe für Afrika versprach. Ein anderer prominenter Fürsprecher für einen Schuldenerlass ist Papst Franziskus, der in seiner Ostermesse diesen thematisierte.

Erfreulich, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) aufgrund der Coronakrise nun zumindest einen temporären Schuldenerlass  für die 25 der weltweit ärmsten Länder angekündigt hat. Diese Länder, von denen 19 in Afrika liegen, sind -laut IWF-Chefin Kristalina Georgievadie  – die nächsten 6 Monate von der Rückzahlung ihrer Schulden an den Internationalen Währungsfond entbunden. Die Schulden werden stattdessen mit 500 Millionen Dollar aus dem Katastrophenfonds CCRT des IWF beglichen. Der CCRT wurde 2015 während der Ebola-Krise in Westafrika ins Leben gerufen wurde, verspricht nun aber finanzielle Hilfe während der Corona-Krise. Die größten Beitragszahler sind Japan, Großbritannien, China und die Niederlande.

Die afrikanischen Länder, für die der Schuldenerlass gilt, sind:

  • Benin
  • Burkina Faso
  • Gambia
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Komoren
  • Kongo
  • Liberia
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Mali
  • Mosambik
  • Niger
  • Ruanda
  • São Tomé und Príncipe
  • Sierra Leone
  • Togo
  • Tschad
  • Zentralafrikanische Republik.

Aber auch andere afrikanische Staaten gehen nicht leer aus. Gabun, Ghana, Madagaskar, Nigeria, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien werden mit Notkrediten (mehrere Millionen bis 1 Milliarde Dollar) unterstützt.

Diese Maßnahmen sollen den betroffenen Ländern zur Liquidität verhelfen, um u.a. den medizinischen Aufwand während der Coronakrise zu finanzieren, aber auch um die wirtschaftliche Folgen der Krise zu kompensieren.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist mehr als fraglich, eine Ausweitung des Schuldenerlasses wird von vielen Stellen gefordert. Dennoch, als erster und wichtiger Schritt im Schuldenerlass für arme Länder sind die Entscheidungen des IWF mehr als begrüßenswert.