Glaube vs. Gesundheit: 

Moscheebesuche, gemeinsames Fastenbrechen und gegenseitige Unterstützung beim Verzicht – Die Zeit während Ramadan ist eigentlich sehr auf Gemeinschaft und Zusammenhalt ausgelegt. Doch all das fällt wegen den Schutzmaßnahmen weg. Aufgrund des Coronavirus läuft vieles ganz anders und erschwert das Regeleinhalten im Fastenmonat.

Am 24. April hat Ramadan begonnen und dauert bis zum 23. Mai an. Für Muslime von überall auf der Welt ist es ein ganz besonderer Monat, in dem sie sich mit ihrer Religion auseinandersetzen und ihren Glauben festigen. Es wird sich an kirchliche Normen und Werte erinnert, gebetet, im Koran gelesen und gefastet. Außerdem ist die Unterstützung für arme, kranke und schwächere Menschen von Bedeutung. Nach Asien ist Afrika mit ca. 45 Prozent muslimischer Bevölkerung auf Platz 2 der Kontinente, die den Fastenmonat feiern.

Was ist dieses Jahr anders?

Nicht nur den Fastenden fehlen die sozialen Kontakte, um sich beim Verzicht gegenseitig zu motivieren. Auch viele Moscheen leiden unter dem fehlenden finanzielllen Support in Form von Spenden, die während des Ramadans besonders üppig ausfallen. Sowohl die Gebete, als auch das gemeinschaftliche Essen in der Gemeinde sind dieses Jahr nicht möglich. Kinder,  Kranke und Schwangere sind zwar von der Fastenpflicht befreit, doch vor allem jetzt sollen nur die Menschen fasten, die gesund sind und deren Immunsystem stabil ist.

„Ich verstehe gerade jetzt den Wunsch nach dem gemeinsamen Gebet & Gemeinschaft. Trotzdem sollten wir aktuell zum Wohle aller darauf verzichten, denn Gesundheit geht vor.“ schrieb die Integrationsbeauftragte Anette Widmann-Mauz auf Twitter. 

Möglichkeiten trotz Einhaltung der Corona Maßnahmen:

  1. Manche Moscheen bieten „Iftar to go“ an. Das erstetzt natürlich nicht das gemeinsame Fastenbrechen, aber ist eine nette Alternative, bei der man das Essen auf Nachfrage abholen kann oder sogar nach Hause geliefert bekommt. 
  2. Betet mit euren Familien zusammen. Bleibt mit den Verwandten, die nicht bei euch sein können, in Kontakt und unterstützt euch gegenseitig durch Telefonate oder Videoanrufe.
  3. Genießt dieses Jahr die Ruhe und das Beten alleine. Oft kann man auf Online Plattformen von Moscheen die Tagesgebete nachlesen oder sogar mitbeten. A. Mazyek, der Zentralratsvorsitzende  der Muslime in Deutschland schrieb, dass gerade in dieser Zeit die Wohnungen „zu den Orten der Anbetung, zu Orten des Lernens und zu den Orten der Begegnung mit Allah“ würden.