Von Tag zu Tag infizieren sich immer mehr Leute und viele leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Menschen demonstrieren gegen die Ausgangsbeschränkungen und der Druck auf Wissenschaftler, Ärzte und die Regierung wächst. Remdesivir ist ein Medikament, das gegen das Ebola-Virus entwickelt wurde. Da es immer noch keinen Impfstoff oder andere anschlagende Medikamente gegen den Coronavirus gibt, wird es seit Februar auch als mögliches Mittel gegen COVID-19 gehandelt.

USA setzen Remdesivir ein

Am letzten Wochenende verkündete US-Präsident Donald Trump die Nachricht: in Notfällen ist nun der Einsatz von Remdesivir bei Corona-Patienten gestattet – allerdings nur in gewissen Fällen: Das Ebola-Medikament darf nur denen verabreicht werden, die aufgrund Atembeschwerden ein Beatmungsgerät benötigen.

Die Basis des Hoffnungsträgers ist eine amerikanische Studie bei der mehr als 1000 schwer erkrankte Patienten teilnahmen. Nach Angaben der Gesundheitsinstitute konnte Remdesivir die Genesungszeit um etwa 30% , also ca. 4 Tage, beschleunigen. Anthony Fauci, der Direktor des Nationalen Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten beschrieb die Verkürzung bei Schwerkranken als „eindeutigen, signifikanten, positiven Effekt“. Trotzdem könne man das nur auf Patienten mit schwerem Verlauf beziehen und keinerlei generelle Aussagen treffen – von möglichen unerforschten Nebenwirkungen ganz zu schweigen.

Remdesivir – jetzt auch in Europa?

Auch die EU will Remdesivir womöglich zulassen, allerdings ist die Gefahr durch mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Hitzeanfälle, Erbrechen, niedriger Blutdruck oder Leberentzündungen noch nicht abzusehen. Trotzdem tendiert die EU – laut  schwedischer Arzneimittelbehörde –  zu einer Zulassung. Es laufen deswegen viele klinische Studien und Prüfungen – auch in Deutschland – die versichern sollen, dass das Medikament ohne Risiken eingesetzt werden kann. Damit könnte die Genesungszeit verkürzt werden, ein Heilmittel wird aber immer noch gesucht.