In der Völklinger Hütte gibt es seit dem 15. Mai eine neue Fotographie-Ausstellung. Es ist die erste Ausstellung unter der Leitung des neuen Generaldirektors Ralf Beil. Die afrikanische Kultur wird dort durch das Motto „Afrika- Im Blick der Fotografen“ auf eine einzigartige Weise „jenseits von Stereotypen“ dargestellt. Der Kunstkritiker erhofft sich, dass die Fotografen ihre ganz eigene Sichtweise auf ihr zu Hause bieten und darstellen.

Die afrikanischen Künstler haben eine außergewöhnliche Perspektive und einen künstlerischen Blick auf ihr Umfeld, Alltag, Natur, Industrie, Geschichte, Zukunft und Pop-Kultur und sollen das auf eigene Weise umsetzen. Die Künstler leben teilweise in Afrika und kommen aus unterschiedlichen Kulturen. Manche von ihnen stellen das erste Mal in Deutschland aus, andere sind weltweit bekannt.

Einer von ihnen ist Omar Victor. Er lebt in Senegal und ist auf Kunst- und Modefotografie spezialisiert. Bestimmte Kombinationen von Kostümdesign, Styling, Muster und Farben machen seine Fotos zu etwas Besonderem. Außerdem sind Werke von Léonard Pongo dabei. Er hat seine Fotos schon weltweit ausgestellt, die Teil von institutionellen und privaten Sammlungen sind. Er beschäftigt sich mit seinem persönlichen Blick auf den Alltag in einer Provinz der Republik Kongo. Unter den insgesamt 9 ausstellenden Künstlern sind auch noch Kibuuka Mukisa, der die Lebensenergie der Breakdance-Kultur in Uganda auf seinen Fotos festgehalten hat, Yoriyas, der Casablanca jenseits der Film-Klischees fotografierte und Fabrice Monteiro mit seiner Fotoserie über verschmutzte Regionen. Das Weltkulturerbe zeigt die Arbeiten in 43 großformatigen Fotografien. 

Ralf Beil, der Generaldirektor, möchte auch in Zukunft mehr Historik in seine Ausstellung fließen lassen: die Völklinger Hütte ist das einzige bestehende Eisenwerk aus dem Industriezeitalter und seit 1994 ein Weltkulturerbe der UNESCO. Sie wurde nämlich über Jahrhunderte hinweg von Generationen von Arbeiterfamilien am Laufen gehalten. Diese Stimmen will er aufgrund der historischen Bedeutung der Völklinger Hütte „am Schauplatz der Industriegesellschaft fragen, wie unsere Menschen gemachte Zukunft aussieht.“

Die Ausstellung, die von dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt wird, ist noch bis zum 1. November zugänglich – natürlich aber mit strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.