Infolge der Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizeibeamten am 25. Mai 2020 in Minneapolis, wurde regelrecht eine Flut internationaler Proteste hervorgerufen. Die Proteste mit dem Motto „Black Lives Matter“ setzen sich gegen die Gewalt gegen Schwarze ein, richten sich aber auch gegen breitere Probleme, wie Racial Profiling und strukturellen Rassismus. Die Demonstrationen erfassten nicht nur Städte der Vereinigten Staaten, sondern erreichten am 06. und 07. Juni 2020 schließlich auch Deutschland.

 

Die Mittel und das Ziel der Protestanten

Trotz Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen fanden die Proteste in Deutschland mit weit mehr Teilnehmern statt als ursprünglich erwartet. Nach Polizeiangaben versammelten sich beispielsweise in München 25.000 Menschen, obwohl  die Organisatoren des Protests nur 200 Teilnehmer gemeldet hatten.

Diese Zahlen zeigen, dass die internationale Bewegung „Black Lives Matter“ vielleicht der nötige Impuls war, der in Deutschland auf Rassismus und Gewalt gegen Schwarze aufmerksam macht. Denn wie Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview erwähnte, habe es Rassismus zu allen Zeiten gegeben, leider auch in Deutschland, denn Rassismus habe seine spezifische Geschichte in jedem Land. Damit unterstreicht Merkel die Notwendigkeit der Proteste und bestärkt die Demonstranten in ihren Zielen. Es soll gemeinsam für ein universelles Anliegen gekämpft werden: Dafür, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht.

 

Was Black Lives Matter schon erreichte

Knapp zwei Monate nach den Anfängen der Proteste lässt sich feststellen, dass „Black Lives Matter“ Spuren hinterlassen hat und die mediale Aufmerksamkeit im Hinblick auf Rassismus und Polizeigewalt in die Höhe schießen ließ. Die Bewegung übt Druck auf die Gesellschaft aus, so dass Leute in Deutschland endlich anfangen mit ihrem Umfeld offener und ehrlicher über die Rassismusthematik zu diskutieren, diese zu reflektieren und Lösungsansätze zu suchen. Symbole, Logos und alte Witze, die mit Rassismus und Kolonialismus in Verbindung stehen werden infrage gestellt. Klassiker aus Film und Comedy kommen wegen ihren Klischees auf den Prüfstand. Statuen, die in Verbindung zum Sklavenhandel werden entfernt.  Einige Politiker nehmen die Proteste ernst, hören auf die Forderungen und starten Veränderungen.

Auch wenn das Motto „Black Lives Matter“ gerade ganz groß in den Schlagzeilen steht, stellt sich die Frage, ob dies nur ein nicht allzu lang anhaltender Trend darstellt und das Thema Rassismus in den nächsten Monaten wieder im Wind verfliegen wird oder ob sich die Einstellung und das Denken in der Gesellschaft grundlegend wandeln wird. Wir selbst hoffen, dass es sich bei „Black Lives Matter“ nicht um einen kurzweiligen Hype handelt, sondern um einen Grundstein, auf dem auch zukünftige Veränderungen aufbauen können.