Aufgrund von Corona wurden Anfang 2020 weltweit zahlreiche Film- und Serienproduktionen auf Eis gelegt. Trotz der gegebenen Umstände kann die afrikanische Filmindustrie einen erfolgreichen Start ins Jahr verbuchen. Das Afrika!Portal präsentiert euch im Folgenden ein neues Netflix-Highlight und ein paar echte Geheimtipps. Stellt euer Popcorn bereit!

Mit der Serie Queen Sono“ ging am 28. Februar das erste in Afrika produzierte Netflix Original an den Start. Die selbstbewusste und hitzköpfige Queen, Tochter der Anti-Apartheid-Ikone Safiya Sono, arbeitet verdeckt als Agentin der Special Operations Group. Während sie zahlreichen Kriminellen in Südafrika auf der Spur ist versucht sie gleichzeitig die Person zu finden, welche ihre Mutter vor 25 Jahren kaltblütig ermordete.
„Queen Sono“ statuiert als Netflix-Original Pionier ein Exempel für das Potential der afrikanischen Filmindustrie, weitere Projekte sind in Planung. Das bereits in Lagos florierende Nollywood veranschaulicht ebenfalls das Interesse und den Willen Afrikas Geschichten zu erzählen.

„Queen Sono“ ist jedoch nicht der einzige Netflix-Erfolg, den die afrikanische Filmindustrie bis dato vorweisen kann. Auch die südafrikanische Teenie-Drama Serie Blood & Water“ geht in die nächste Runde. Das Pendant des spanischen Élite“ feiert international große Erfolge: Mitte Juni kündigte Netflix die Produktion der zweiten Staffel an, knapp einen Monat nach Veröffentlichung der ersten Staffel. Das Teenie-Drama erzählt die Geschichte der 16- jährigen Puleng und ihrer Familie. Als sie auf einer Party Fikile kennenlernt, ist sich Puleng schnell sicher, dass es sich bei dem aufgeweckten Mädchen um ihre vor 17 Jahren entführte Schwester handelt. Um herauszufinden ob Fikile wirklich ihre Schwester ist, wechselt Puleng auf das renommierte Parkhurst College. Dort versucht sie jedoch nicht nur das Rätsel um die Vergangenheit zu lösen, sondern begibt sich auch auf eine Reise zu sich selbst.

Wer sich von der afrikanischen Filmkunst überzeugen lassen möchte, muss jedoch nicht unbedingt auf eine große Streamingplattform zurückgreifen. Auch kleinere, kommerzielle Produktionen überzeugen durch ihren Charme und ihre bewegenden Erzählungen. Wir haben für euch drei Kurzfilm-Meisterwerke zusammengestellt, die ihr euch nicht entgehen lassen dürft!

1.  Land Rush (R: O.Lewat/H. Berkeley; Kamerun/Mali/Belgien 2012)

Der Dokumentarfilm Land Rush nimmt dich mit auf eine Reise nach Mali. Die akuten Umweltzerstörungen prägen das Land und dessen Einwohner. Ein multinationaler Konzern versucht Teile des fruchtbaren Niger-Ufers für ökonomische Zwecke zu erwerben, tarnt diesen Plan jedoch als Entwicklungsvorhaben. Die dort lebenden Kleinbauern können das Projekt zunächst gemeinsam aufhalten, der Konzern lässt sich jedoch nicht so leicht abschrecken…

Hier geht’s zum Film:

youtube.com/watch?v=O_pKnP-2mOQ

 

2. We need Prayers: This one went to market (R: The Nest Collective; 2018)

Eine junge schwarze, bildende Künstlerin entwickelt in diesem Afrofuturismus-Kurzfilm einen raffinierten Plan um Fuß im globalen Kunstmarkt zu fassen. Das Werk ist Teil einer Miniserie, welche die Entwickler der Stadt Nairobi und ihren Bürgern widmeten.

Den Film findet ihr hier:

youtube.com/watch?v=6-Q4utKJRHo&t=27s

 

3. Nyerkuk (Mohamed Kordofani; Sudan 2016)

Das Drama Nyerkuk erzählt die Geschichte des 12-jährigen Adams, dessen Familie Opfer eines Luftangriffs wird. Der Junge versucht sich nun mit Diebstählen über Wasser zu halten und gelangt somit in die Fänge des brutalen Gangsters Mazda…

Nyerkuk kannst du hier anschauen:

youtube.com/watch?v=DD9bBF30OD8&feature=emb_title

 

Für diejenigen unter euch, die ihr Filmerlebnis gerne mit einem Ausflug verbinden, haben wir nun noch zwei weitere Geheimtipps, die ihr hoffentlich bald wieder in ausgewählten Kinos erleben könnt:

 Black Mamba (R: Amel Guellaty; Tunesien 2017)

Mit Black Mamba präsentiert Filmemacherin Amel Guellaty einen Kurzfilm mit einer starken weiblichen Hauptrolle: Die junge Tunesierin Sarra führt auf den ersten Blick genau das Durchschnittsleben, welches ihre Mutter für sie vorgesehen hat: Sie nimmt fleißig Nähunterricht und steht vor der Eheschließung mit einem jungen Mann. Doch insgeheim hegt sie Pläne ihrer vorgeplanten Zukunft zu entfliehen, nämlich als Black Mamba.

 Zombies (R: Baloji; DR Kongo 2018)

Wenn du es bunt, wild und unkonventionell magst bietet dir Zombies einen Mini-Urlaub fürs Auge: Der Kurzfilm erzählt die Geschichte einer bunten, fantasiefrohen Reise durch Kinshasa.  Extravagante Protagonist*innen transportieren in besonderen, futuristischen Outfits eine fast schon halluzinatorische Atmosphäre, die Schauplätze variieren von Friseursalons bis hin zu Wahlkampfveranstaltungen und Musik-Klubs.

 

Viel Spaß beim Schauen!