Anfang des Jahres und vor dem Corona-Lockdown lag die Arbeitslosenquote Südafrikas bei 30, 1 Prozent. Mittlerweile wird sie auf über 50 Prozent geschätzt.

Die Corona Krise hat in Afrika die Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen laut Sozialministerin Lindiwe Zulu erneut ins Rollen gebracht. Angesichts der weltweiten Einschränkungen verbuchen einige Unternehmen einen enormen Verlust an Umsatz, Arbeitsplätzen und Sicherungssystemen, was die Thematik erneut in den Vordergrund rückte.

Der Regierung nach soll das staatliche Grundeinkommen für alle Bürger zwischen 18 und 59 Jahren gelten und ihnen unabhängig von Lebens- und Einkommensverhältnissen die Erfüllung lebensnotwendiger Grundbedürfnisse garantieren. Dazu gehören die Aspekte Wohnen, Ernährung und die gesundheitliche Versorgung. Auch der Status der Beschäftigung soll keine Rolle spielen . Die südafrikanische Zeitung „Business Day“ hat den Vorschlag bereits ausführlich untersucht und hält den Plan bis dato jedoch für schwer umsetzbar. Der Staat müsse mindestens 21 Milliarden Rand (1,1 Mrd Euro) pro Monat investieren, das heißt ganze 252 Milliarden Rand (13,2 Mrd Euro) pro Jahr.

Bisher erhielt der arme Teil der südafrikanischen Bevölkerung bereits eine befristete Corona-Überbrückungshilfe von 350 Rand monatlich (ca. 20 Euro). Die UN-Entwicklungshelfer vom UNPD regen in einem kürzlich veröffentlichten Bericht dazu an, auch für andere Länder eine ähnliche Hilfeleistung bereitzustellen. Verschiedene Modelle des Grundeinkommens wurden bereits in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen afrikanischen Ländern getestet, unter anderem Kenia und Namibia, und wurden von den dortigen Bevölkerungen dankbar angenommen.

Chef-Ökonom Georg Gray Molina äußerte sich ebenfalls zu den Vorschlägen. Laut ihm könnte das Grundeinkommen zu einer Reduktion der Virus-Ausbreitung führen, da viele Menschen dadurch zu Hause bleiben können. Molina nach soll der Geldtransfer dabei befristet sein und den Ärmsten der Armen zukommen. Dabei führt er den westafrikanischen Kleinstaat Togo als Beispiel an. Hier existiert ein staatliches Transfer-Programm mit dem Namen „Novissi“ (Solidarität in der lokalen Ewe-Sprache). Mithilfe dieses Programms kann jeder volljährige Togoer Hilfe beanspruchen, der durch die Corona-Restriktionen an Einkommen verloren hat. Die Beträge der Beihilfen liegen bei 12.500 CFA (19 Euro) für Frauen und 10.500 CFA (16 Euro) für Männer. Auch für Strom- und Wasserrechnungen erhalten die Togoer Beihilfen.