Zwei Dinge haben diesen Samstag bei dem jährlich stattfindenden Afrika-Markt in Mannheim definitiv nicht gefehlt: Sonne und gute Laune!
Bei heißen 32 Grad und ausgelassener Live-Musik feierten insgesamt 20 Organisationen und rund 100 begeisterte Besucher zum zehnten Mal – im Rahmen der Afrikatage 2019 – die kulturelle Vielfalt und Lebensfreude Afrikas.

Kinder, die mit bemalten Gesichtern vor der Bühne tanzen, der Duft von frisch frittierten Kochbananen und lebhafte Gespräche in den unterschiedlichsten Sprachen  – dieses Bild bot sich jedem, der am Samstag, den 29. Juli, über das Alte Messplatz Gelände in Mannheim spazierte. Als Highlight der Afrikatage, die jährlich vom Eine-Welt-Zentrum und dem Eine-Welt-Forum Mannheim organisiert werden, fand dieses Wochenende nämlich wieder der allseits beliebte Afrika-Markt statt.

Von traditioneller afrikanischer Kunst und Kleidung bis hin zu landestypischem Essen gab es dabei mit über 20 Ständen nicht nur eine Menge zu bestaunen und zu probieren, sondern auch eine Menge zu lernen.
Schließlich, so auch Susanne Kramer vom Mannheimer Eine-Welt-Forum, wüssten die wenigsten, dass der afrikanische Kontinent 54 verschiedene Mitgliedsstaaten und nahezu 2000 Sprachen und Sprachdialekte umfasse. Man müsse den Leuten Afrika einfach näher bringen, erklärte Sie weiter und hob vor allem den Aspekt des gegenseitigen Austauschs hervor.

Verschiedene Kulturen kennenlernen, zwischenmenschliche Barrieren abbauen und gemeinsam Projekte verwirklichen war auch die Botschaft des Vereins “Interkulturelles Haus Mannheim e.V.“, der sich innerhalb eines Interviews auf der Marktbühne vorstellte.
Mannheim sei eine diverse Stadt und solle in der Zukunft auch divers bleiben, so der Verein.
Aber auch Organisationen wie der “Verein Visionary women Associates” aus Kenia betrieben, trotz der festlichen Stimmung, wichtige und ernstzunehmende Aufklärungsarbeit.
Unser Ziel ist es Mädchen zu unterstützen und zwar vor allem im Bereich Bildung. In Afrika gibt es viele Mädchen, die nicht in der Lage sind eine schulische Karriere zu verfolgen. Diesen Mädchen insbesondere in den ländlichen Regionen und Dörfern Afrikas wollen wir mit unserer Initiative helfen“, so die Sprecherin des seit 2018 eingetragenen Vereins.

Trommler by Gür

Trommler by Gür

Zwischen den wichtigen Vorträgen der Organisationen erklang auf der Bühne aber auch ein bunter Mix aus musikalischen Einlagen verschiedener afrikanischer, sowie afrikanisch-deutscher Bands und ließ die ein oder andere Hüfte etwas mitwackeln.”Wir sind eine Patchwork Band“, hieß es bei einem Auftritt des südafrikanischen Sängers Theboho und seiner zum Teil aus Deutschland stammenden musikalischen Begleitung. Ihr Sound dabei genauso vielfältig und durchmischt wie die Band selbst.

Wer sich durch die Auftritte inspiriert fühlte, durfte sich außerdem bei dem Trommel-Workshop des DRK und der Einrichtung “Migration und Integration” selbst musikalisch ausprobieren. Unter der Anleitung von zwei geduldigen Vortrommlern, konnten auch Menschen mit weniger ausgeprägtem Taktgefühl eine gute Figur abgeben.

Aber nicht nur in musikalischer Hinsicht, auch kulinarisch hatte der Afrika-Markt in diesem Jahr wieder einiges zu bieten. Leckere und vor allem lokaltypische Gerichte aus Somalia, Marokko, Algerien und vielen anderen Ländern gab es von den meist freiwilligen Helfern der Vereine und Organisationen serviert. “Jollof-Reis” mit Hühnchen, ein Gericht, das nicht nur in Gambia und Somalia, sondern auch in großen Teilen von Ghana gerne gekocht und gegessen wird, war dabei einer der Hauptrenner bei den Besuchern. So ließ der Duft des mit Tomatenmark angebratenen Reis und des knusprig gebackenen Hähnchen, nahezu allen Gästen das Wasser im Mund zusammen laufen.

Jolof Reis by Gür

Jollof Reis by Gür

Ich mag vor allem das Essen. Hier kann man einfach mal was ganz Neues ausprobieren und Afrikas Vielfalt auch schmecken“, verriet eine Besucherin aus Mannheim und machte deutlich, dass kultureller Austausch auch oder gerade auf dem Teller beginnen kann. Schließlich, so weiß jeder, versteht sich’s mit einem vollen Magen immer noch am besten.

Natürlich gab es zwischen den rund 20 Ständen nicht nur Gutes für den Magen, sondern auch viel Schönes fürs Auge. Eine Vielzahl einzigartiger Handwerkskunst aus verschiedenen Regionen Afrikas lockte Kunstinteressierte und Souvenierjäger. Bunte Gewänder, selbst geschnitzte Holzfiguren, sowie liebevoll geflechtete Körbe und Wanddekorationen gab es zu ergattern. Die Erlöse der Stände kamen dabei häufig Hilfsorganisationen zugute. So auch der Stand von Paul Bach, der mit seinem Blechspielzeug vor allem Straßenkinderprojekte unterstützt.

Schmuck by Gür

Schmuck by Gür

Überhaupt war der Markt auch dieses Jahr wieder ein besonders positives Zeichen dafür, wie man sozialen und kulturellen Zusammenhalt in bestmöglicher Weise fördern und vor allem feiern kann!

 

 

 

 

Weitere Infos zu anderen Veranstaltungen der Afrikatage Heidelberg-Mannheim 2019 findet ihr übrigens unter www.afrikatage.de.