Die Bundeskanzlerin Angela Merkel brach am Sonntag, den 9. Oktober 2016 zu ihrer dreitägigen Afrika-Reise auf. Ihre Stopps machte sie in Niger, Mali und Äthopien. Im Focus stand bei ihrem Besuch auf dem Nachbarkontinent vor allem die Flüchtlingskrise.

Aus Niger selbst kommen sehr wenige Flüchtlinge nach Deutschland, da das Land viel zu arm ist. Allerdings hat es sich als Dreh- und Angelpunkt für Flüchtlingsrouten etabliert. Merkel sagte vor ihrer Abreise in einem Podcastvideo „Ich glaube, dass wir sehr viel stärker noch für die Geschicke Afrikas interessieren müssen. […] Das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse.“.

Niger hat die höchste Geburtenrate und gerade die Bildungsmöglichkeiten sollen dazu beitragen, die Jugend aufzuklären und vor allem dazu, dass Mädchen nicht so früh verheiratet werden. Nicht weit weg von der Schule in Niamey befindet sich auch ein Auffanglager für Flüchtlinge. Deutschland wird der Internationalen Migrationsorganisation, die dieses Zentrum leitet, künftig 10-15 Millionen Euro geben, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Der Deal dahinter: Deutschland unterstützt die Bildungsmöglichkeiten in Niger und hilft dabei, dass auch dort neue Chancen entstehen, und Niger selbst sorgt dafür, dass sich weniger illegale Flüchtlinge mit Hilfe von Schlepperbanden auf den Weg nach Europa machen.

Deutschland hat im vergangenen Jahr 890.000 Migranten registriert. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Syrien, Irak oder Afghanistan, wohingegen auch viele auf Grund der wirtschaftlichen Lage in ihren Heimatländern die Flucht ergriffen.

Merkels Afrika-Reise hat sie darin bestärkt, dass Sicherheit die Grundlage ist. In mehreren afrikanischen Staaten sind auch Terrorgruppen aktiv und bringen damit nicht nur Entwicklungshelfer in Gefahr, sondern die ohnehin brüchigen Strukturen. Merkel sagt „Sicherheit und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden“. Grundlegende Veränderungen um sichere Ernährung, Bildung und wirtschaftliche Chancen herzustellen und zu gewährleisten sind ein „legaler Weg“ und daher ist es wichtig, dass die jungen Leute schnellstmöglich sehen, dass es aufwärts geht, damit „Afrika nicht die besten Köpfe verliert“, so Merkel.