Schlendert man durch die Straßen von Europas Modehauptstadt Paris, begegnet einem an jeder Ecke eine Boutique. Doch der “Marché Noir” Pop-up-Store des gebürtigen Togolesen Amah Ayivi ist etwas ganz Besonderes. Denn hier verkauft Amah Ayivi schicke Vintagemode, die ursprünglich in der Altkleidersammlung landete.

Amah Ayivi wurde in Togo geboren und kam 1983 mit seinem Onkel nach Frankreich. Bevor er seinen eigenen Vintageladen inmitten von Paris eröffnete, studierte er Marketing und arbeite sechs Jahre lang als Casting Director. Die Kleidung mit Vintage-Charm, die er verkauft, stammt zu 95% aus seinem Heimatland Togo. Der Rest stammt aus anderen Länder, die Amah Ayivi schon bereist hat.

Aus der Altkleidercontainer zum It-Piece

Um Kleidung ganz nach seinem Geschmack zu finden, reist Amah ein paar Male im Jahr nach Togo. Auf dem Hédzranawoé-Markt in Lomé, der sechs Tage die Woche geöffnet hat, durchforstet er die Lagerhäuser und Stände, die ausrangierte Kleidung anbieten. Das, was hier verkauft wird, stammt hauptsächlich von Altkleiderspenden aus Europa, aber auch aus China, Israel und den USA. Laut dem Observatory of Economic Complexityimportierte Togo 2017 Altkleider im Wert von knapp 52 Millionen Dollar.

Amah Ayivi sucht zwischen Unmengen von Hosen, Jacken, Kleidern, Mützen und Blusen auf Wäscheleinen, in Boxen, auf dem Boden und auf Tischen nach Kleidung und Accessoires, die seinem eigenen Stil entsprechen. Doch selbst bei der gigantischen Auswahl findet er manchmal nichts, was seinen Wünschen entspricht. Er setzt vor allem auf Oldschool- und Vintage-Teile mit hochwertigen Materialien und kräftigen Farben. Seine Fundstücke lässt er zunächst von afrikanischen Schneidern reparieren. Danach geht es für sie nach Frankreich, wo Amah sie unter seinem Label “Marché Noir” verkauft.

Afrika ist nicht nur hip und cool

Amah Ayivi weiß, dass viele seiner Kunden seine Mode aus Afrika als It-Piece tragen, da der Kontinent für sie als “cool” gilt. Doch für ihn selbst bedeutet Afrika sehr viel mehr. Für ihn ist der Kontinent inspirierend, facettenreich, dynamisch und kreativ. Dies sei nicht zuletzt der jungen afrikanischen Generation zu verdanken, die sich nicht mit dem häufig negativen Bild Afrikas zufriedengibt, und ihn zu dem bunten und wunderschönen Kontinenten macht, der er ist.

 

 

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