Wenn man an Artificial Intelligence, künstliche Intelligenz, denkt, hat man häufig das Gefühl, die Technik würde wie von Zauberhand funktionieren.
Aber so ist es nicht. Dass es sich nicht um Magie handelt, sondern um harte Arbeit, die Menschen verrichten, gerät hierbei schnell in Vergessenheit.

 

Die 26-jährige Brenda, eine alleinstehende Mutter trägt jeden Tag mit ihrer Arbeit einen großen Teil dazu bei. Sie kommt aus Nairobi, genauer aus Kibera, dem größten Slum von Afrika. Er zählt zu den der taffsten Wohnorten auf der Erde. Hunderttausende von Menschen leben dort auf einer Fläche, die nicht größer ist als Londons Hyde Park.
Jeden Tag fährt Brenda mit dem Bus in den Osten Nairobis. Dort arbeitet sie bei Samasource mit mehr als 1.000 Kollegen in 8-Stunden-Schichten.
Sie pflegt Daten in Computer ein, um die Artificial Intelligence weiterzuentwickeln und aufzubauen. Hierbei lädt sie Bilder hoch und kontrolliert diese: Sie werden aufs genaueste untersucht – jeder Pixel wird kontrolliert. Eingepflegt werden Bilder von Straßen, Straßenschildern, Menschen und Autos, um ein System aufzubauen, das für selbstfahrende Autos verwendet werden soll.
Brenda und ihre Kollegen statten demnach durch Fotos zukünftige Autos mit einem Gehirn aus. Der Auto-Roboter kann dadurch ihm begegnende Objekte in der wahren Welt erkennen und identifizieren. Je mehr Daten aufgenommen und eingepflegt werden, desto intelligenter wird die Maschine.

 

Samasource, ein non-profit Unternehmen, hat sich zum Ziel gesetzt, der globalen Armut – durch Outsourcing von digitaler Arbeit in ärmliche Länder – entgegenzuwirken. Dabei können sie Google, Microsoft, Salesforce sowie Yahoo zu ihren Kunden zählen. Samasource besitzt Büros in San Francisco, Kalifornien und Nairobi. Darüber hinaus hat die Organisation kürzlich Auslieferzentren in Nairobi und Gulu, Uganda eröffnet und kooperiert mit weiteren Zentren in Indien, Kenia und Uganda. Sie achten darauf, arbeitslose Menschen der Region anzustellen. Hierbei ist die Anzahl an angestellten Männern und Frauen weitestgehend ausgeglichen. Die Angestellten werden von ihnen ausgebildet, sie eignen sich Grundfertigkeiten zur Bedienung von Computern an und erhalten außerdem einen Lohn, der die Lebenshaltung deckt.

 

 

Die Menschen, die dort an einem solchen technologischen Fortschritt arbeiten, werden ihn in Kiberia nicht erleben können. Ein solcher Fortschritt kann kaum in die afrikanischen Slums gelangen. Dennoch ermöglicht Samasource seinen Angestellten einiges: Sie können eine Medienschule besuchen, es gibt ein Studio, eine Cafeteria und auch einen Computerraum. Den Angestellten werden die Grundlagen zur Verwendung eines Computers gelehrt – speziell für die, die weiterhin bei Samasource oder anderen Unternehmen, die im Bereich digitaler Wirtschaft tätig sind, arbeiten möchten, ist dies von großer Bedeutung.

 

„Mit meiner Arbeit, die ich verrichte, helfe ich nicht nur meiner Familie und mir. Ich glaube fest daran, dass ich für etwas arbeite, das in Zukunft vielen anderen Menschen helfen wird“, sagt Brenda.