Einmal im Jahr verwandelt sich Ghanas Hauptstadt Accra in ein Paradies voll von Kunst, Musik, Design und Tanz. Ende August fand dieses Jahr zum 8. Mal das Chale Wote Street Festival in James Town, Accras ältestem Viertel, statt. Künstler und Performer jeder Art füllten die Straßen mit bunten Farben und Lebensfreude. 

 

Als das Festival 2011 ins Leben gerufen wurde, hatten die Veranstalter eine Vision: eine breite Masse für die westafrikanische Kunst zu begeistern , indem sie kreative Grenzen brechen und Kunst nutzen, um öffentliche Orte zu “verjüngen”. Es geht darum, Künstler und Gesellschaft durch Kunst zu verbinden. Mehr als 200 ghanaische und internationale Künstler beehren jährlich das Festival mit ihren Werken. Das Festival stellt eine Plattform dar, die Künstler aus aller Welt vereinen soll.

 

Straßenmalerei, Graffiti-Wandmalereien, Fotoausstellungen, interaktive Installationen, ein Lebensmittel- und Mode-Märkte, Live Straßenshows, Extremsport, afrikanische Filmshows, Straßenboxen, eine Modenschau, eine Musikblockparty oder Recyclable Design-Workshops und vieles mehr wird den über 30000 Besuchern in den Straßen von James Town geboten. Präsentiert wird das ganze Spektakel von dem Radiosender Accra dot Alt, REDD Kat Pictures, Grin Studios, der Attukwei Art Foundation und Dr. Monk.

 

Über die letzten acht Jahre hinweg verwandelte das Festival Accra in den aktiven, kulturellen Mittelpunkt Westafrikas. Unter dem diesjährigen Motto “Para-Other” soll die Entwicklung was Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit angeht betont werden: es geht um die Überschreitung von Grenzen, von Sprache und Geographie, aber auch darum, die Beziehungen zu einzigartigen Einheimischen zu pflegen. Para-Other fordert neues Wissen, Codes, Symbole und Laut, die die kreativen Absichten veranschaulichen, wo unsere Sprache versagt.

Visuelle und Installationskünstler, Interventionisten, Musiker, Aussteller, Fotografen, Performancekünstler, Filmemacher, Theatermacher, Dichter, Architekten, Modedesigner und Grafikdesigner präsentierten eine Woche lang ihre Arbeiten und Interpretationen zu diesem Motto. Der Nachrichtensender BCC stellte einige Beispiele vor:

 

Sylvester Otoo machte sich selbst zum Kunstwerk, in dem er sich in den ghanaischen Farben anmalte, seine Arme zu Flügeln ausweitete und riesige Flip Flops trug und wollte damit den Namen des Chale Wote Festivals reflektieren, was wortwörtlich “Mein Freund, lass uns gehen” bedeutet. Es steht außerdem für Sandalen in Ghana.

 

Der Künstler Edmond Lartey präsentierte das traditionale Outfit des Volkes Ga, genannt “Otofo”.

 

Der Künstler Jalud Rashid trug ein Kostüm aus Plastiktüten um zu betonen, wie wichtig es ist, Plastikmüll zu recyclen.

 

Der ghanaische Künstler Botchway war einer der Künstler, der in aller Öffentlichkeit seine Kunstwerke anfertigte. Beispielsweise malte er ein junges Mädchen mit einem blauen Farbfleck im Gesicht, um auf die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) hinzuweisen. Opfer dieser Krankheit werden häufig diskriminiert. Oder er malte einen Jungen zusammengekauert mit einem “Help me” – Schild in der Hand, um Menschen dazu aufzurufen, Kinder zu schützen, so dass sie ihre Ziele erreichen können.

 

Der Künstler Ishmael Amu malte ein individuelle Form des “Jokers” mit der Aufschrift “Why so serious” um den Menschen klar zu machen, dass sie das Leben nicht zu ernst nehmen.

 

Gideon Osei Adams trug ein makaberes, düsteres Kostum mit totenkopfähnlicher Maske um den Menschen zu zeigen, dass sie bescheiden und respektvoll leben sollen, wenn sie noch leben, denn wenn sie tot sind, wird es zu spät sein, alles Unrecht gerade zu biegen, sagte er.

 

Diese und viele weitere inspirierende Aufnahmen von Kunstwerken wurden von Thomas Naadi festgehalten. Mehr Fotos findet ihr außerdem auf Instagram (@chalewoteofficial)!