Wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Dies haben wir zum Anlass genommen, um rückblickend noch einmal die zahlreichen Festivals unter die Lupe zu nehmen, die Deutschland im Jahr 2016 bunter gemacht haben. Obwohl die Festivals ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzen und zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Städten stattfanden, haben sie dennoch alle etwas gemeinsam: sie alle haben einen wichtigen kulturellen Beitrag geleistet. Wir haben das Festivaljahr 2016 noch einmal Revue passieren lassen und eine Top-5 der besten Festivals zusammengestellt.

Karneval der Kulturen in Berlin

Vom 13.-16. Mai fand in Berlin der „Karneval der Kulturen“ statt, der jedes Jahr bis zu einer Million Besucher anlockt und demonstriert, wie weltoffen, international und farbenfroh unsere Hauptstadt ist. Zahlreiche Gruppen unterschiedlichster Nationen kamen für das Festival zusammen und feierten ihre je eigenen kulturellen Traditionen mit Musik, Tänzen, Performances, Akrobatik und bildenden Künsten. Ergänzt wurde das Festival durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Rund um den Blücherplatz fand während des viertägigen Festivals ein Straßenfest statt, auf dem man Handarbeiten erwerben und kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt probieren konnte. Darüber hinaus gab es Theateraufführungen, Konzerte und ein vielfältiges Angebot für Kinder. Höhepunkt des Karnevals der Kulturen war aber zweifellos der Straßenumzug mit rund 4700 bunt kostümierten Teilnehmern, der sich wie ein buntes Band durch die Straßen schlängelte. Der Karneval der Kulturen ist ein Festival für Groß und Klein und heißt all jene willkommen, die unterschiedliche Kulturen kennenlernen wollen.

Afroruhr Festival in Dortmund

Das „Afroruhr Festival“ fand Anfang Juni in Dortmund statt und wartete mit einem abwechslungsreichen Programm auf. Beliebte Anlaufstelle des Festivals war der afrikanische Markt, der zum Bummeln und Stöbern einlud. Modebegeisterte pilgerten allerdings eher zu den beiden Fashionshows, auf denen präsentiert wurde, wie sich europäische Schnitte mit afrikanischen Stoffen und Mustern kombinieren lassen. Etwas ruhiger ging es hingegen bei den Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu. So konnte man sich beispielsweise von Enoh Meyomesse, politischer Aktivist und Lyriker aus Kamerun, Auszüge aus seinem Buch „Tagebuch eines Illegalen“ vorlesen lassen. Durch das aus Trommelworkshops, sportlichen Aktivitäten und einem Tanzwettbewerb bestehende Kinderprogramm, wurde auch den kleinen Besuchern eine spannende Beschäftigung geboten. Ein besondere Höhepunkt des Festivals war der Bühnenauftritt der ghanaischen Afro-Pop Sängerin Wiyaala, die in ihrem Heimatland bereits ein gefeierter Star ist und nun auch Europa erobern will. All diejenigen, denen das Tages- und Abendprogramm noch nicht genug war, konnten sich auf den Afro-Ruhr-Partynights dann noch die Nacht um die Ohren schlagen.

Afrika Festival Stuttgart

Am zweiten Juli-Wochenende lockte das „Afrika Festival Stuttgart“ zum wiederholten Mal tausende Besucher an, die sich drei Tage lang von der afrikanischen Kultur faszinieren lassen durften. Auf dieser Reise durch die afrikanische Kultur wurden die Gäste vor allem musikalisch verwöhnt, denn das Festival begeistere mit einem facettenreichen Line-Up. Der aus Burkina Faso stammende „Jahkasa“, der ghanaische Tänzer und Akrobat Awuku Doe und Sängerin Soko beeindruckten das Publikum mit ihrem künstlerischen Talent. Letztere war den meisten Zuschauern bereits durch ihren WM-Hit „Helele“ von 2010 bekannt. Als Kontrast zum musikalischen Programm, konnte man jedoch auch an Podiumsdiskussionen teilnehmen oder ein Expertengespräch über die Möglichkeiten deutsch-afrikanischer Kooperation für einen fairen Wandel mitverfolgen. Alles in allem ist das Festival ein idealer Begegnungsort für Menschen aller Nationen und war deshalb eine gute Gelegenheit, um durch den Kontakt mit einer anderen Kultur neue und unvergessliche Erfahrungen zu sammeln.

Alafia Festival in Hamburg

Es heißt ja, dass Zahlen nicht lügen und das trifft auch auf das „Alafia Festival“ in Hamburg zu, denn die jährlich rund 50.000 Besucher des größten afrikanischen Festivals Norddeutschlands bestätigen: hier bekommt man viel geboten. In Yoruba bedeutet ‘Alafia’ so viel wie ‘Frieden’ und genau das ist die Grundlage des Festivals – eine zwar ausgelassene, aber vor allem friedliche Atmosphäre, die dazu einlädt, den über 30 Musikern zu lauschen und die rund 50 Stände des Marktes zu entdecken. Auch dieses Jahr lud das Fest seine Besucher auf eine musikalische Reise durch den ganzen afrikanischen Kontinent ein. Auf der Bühne waren unter anderem, Wiyaala aus Ghana, die westafrikanische Band Yakawumbu, sowie Abdou Day und seine Band aus Madagaskar zu sehen. An allen drei Festivaltagen hatten Besucher außerdem die Möglichkeit, afrikanische Speisen und Getränke, Handarbeiten, Kunst, Möbel, Instrumente, Mode und vieles mehr zu erstehen – also eine ideale Möglichkeit voll und ganz in die einzigartige Atmosphäre Afrikas einzutauchen.

Das 14. Afrika Film Festival in Köln

Vom 15.-25. September fand dieses Jahr bereits zum 14. Mal das „Afrika Film Festival“ in Köln statt. Ganze zehn Tage lang wurden 83 Filme unter der Teilnahme von 30 internationalen Gästen in fünf verschiedenen Locations vorgeführt diskutiert und bewertet. Regisseure aus ganz Afrika stellten hier ihre Filme vor und standen nach der Vorführung für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Dieses Jahr stand das Festival unter dem Thema „Sisters in African Cinema“, um zu verdeutlichen, dass Frauen im afrikanischen Kino – sowohl vor, als auch hinter der Kamera – eine wichtige Rolle spielen. Denn obwohl die Anzahl weiblicher Filmmemacher zunehmend ansteigt, war und ist die Filmbranche noch immer eine Männerdomäne. Diese Problematik wurde von weiblichen Filmemachern aus Afrika bei einer Podiumsdiskussion besprochen. Das von der „FilmInitiativ e.V.“ organisierte Festival ist das größte seiner Art in Deutschland und hat zum wiederholten Mal gezeigt, dass es eine äußerst wichtige Plattform für die Präsentation von zeitgenössischen Filmen des afrikanischen Kinos ist.