Shoes by Vidal ist eine kameruanische Marke, die handgemachte Luxusschuhe herstellt. Vidal Kenmoe ist das Gesicht hinter der Marke: der ehemalige Offizier der British Royal Army und gelernte Luft- und Raumfahrtingenieur verbringt die meiste Zeit seiner Zeit in Douala und stellt neues Schuhwerk her, schneidet und poliert es. Er gründete seine Firma 2016 und beweist höchste Handwerkskünste bei jedem Schuh, den er macht.

In einem Interview mit der Zeitung “Le Monde Afrique” erklärt er, dass die British Royal Army junge Freiwillige aus den Commonwealth-Ländern rekruitiert und er selbst 2011 beitrat. Sie seien verpflichtet gewesen immer  gut gekleidet und mit polierten Stiefeln beschuht zu sein. Sie hatten sogar eine Arbeitsstunde, in der sie lernten, wie man seine Schuhpaar ordentlich nebeneinander anreiht. Kenmoes Leidenschaft für Schuhe entstand zum einen da, zum anderen durch seine Mutter, die sich auch sehr für Schuhe und Mode begeistern lässt.

Er selbst war damals Scharfschütze. Nach ihren Aufträgen hatten er und die anderen Soldaten Anspruch auf drei Monate Ruhe und Erholung, in denen viele zur Universität zurückkehrten oder andere Dinge taten, die nichts mit dem Militär zu tun hatten. Kenmoe entschied sich für die Herstellung von Schuhwerk.

Kenmoe selbst mag den Begriff “Luxus” selbst nicht, er sagt lieber “handgearbeitet”. Im Jahre 2013 hatte er das Handwerk erlernt. Er hatte bei einem früheren Soldaten in Derby gelernt und wurde schließlich Schuhmacher in der Stadt Derby. Er lernte verschiedene Formen zu verwenden, zu schneiden, zu montieren und zu nähen. Nach ein paar Monaten Übung machte er seine eigenen Schuhe. Im Jahr 2015 wechselte er dann von der britischen zur kamerunischen Armee.

Der “Le Monde Afrique” erzählt Kenmoe, wie ein Major im September 2016 nach einem Tennismatch begeistert von seinem Paar Schuhe gewesen sei und er spontan sagte, er könne ihm welche machen. Der Major dachte zunächst, er hätte sich verhört, doch Kenmoe wiederholte seine Worte.

Schließlich machte er ihm drei Paare, eins in schwarz, eins in blau und eins in braun. Der General war sehr zufrieden und nach und nach sprach sich sein Talent rum. In einem Jahr stellte er mehr als 100 Schuhe her.

In einem Interview mit “okayafrica” erklärt er, dass es mehrere Wochen dauern kann, ein paar Schuhe zu designen und herzustellen. Die Schuhe seiner Kunden sind maßgeschneidert: will man Leder, Samt, Stoff oder sogar Pelz verarbeitet haben, verarbeitet er es auch. Alle Materialien, die er lokal finden kann.

Die Preise variieren zwischen 75 und über 300€, für einen Durchschnittsverdiener in Kamerun fast unbezahlbar. Aber auch so verdient Kenmoe nicht viel an seinen Schuhen: wenn er einen Schuh für 75€ verkauft, sind davon rund 55€ Materialkosten abzuziehen, 15€ erhält er selbst. Wenn er einen Schuh in vier oder fünf Tagen fertigstellt, sind das also gerademal 3-4€ Tageslohn. Er weiß selbst, dass er als Ingenieur das Zwanzigfache verdienen könnte.

Um neue Kunden zu gewinnen präsentiert er seine Kreationen auf seiner Website und in sozialen Netzwerken. Er beliefert Diplomaten, Geschäftsführer, Stars wie den Fußballer Samuel Eto’o und die kamerunische Diaspora, die circa 70% ausmachen. Er will aber trotzdem kein Geschäft eröffnen, aus Angst, den traditionellen Rahmen und die warme Atmosphäre des persönlichen Austauschs in seiner kleinen Werkstatt zu verlieren.