Fela Anikulapo Kuti gilt als der Erfinder des Afrobeat. Er wurde 1938 in Abeokuta, Nigeria, geboren und starb im Alter von 58 Jahren. Er war ein legendärer Musiker, spielte verschiedene Instrumente, wie Saxophon oder Trompete, er war Sänger, Bandleader und politischer Aktivist.

Afrobeat ist eine Kombination aus Jazz und amerikanischem Funk mit westafrikanischer Tanzmusik und der Folklore des Yoruba-Volkes. 1958 zog Fela nach London und studierte vier Jahre lang am Trinity College of Music Klavier, Komposition und Musiktheorie. Er sollte eigentlich auf Wunsch seiner Eltern Medizin in England studieren. 1961 gründete er seine erste Band, die Koola Labitos, und entwickelte mit ihr den Highlife-Jazz. Ein Jahr später ging er nach Nigeria zurück und gründete seine Band neu. 1968 bezeichnete er die Musik der Band das erste Mal als Afrobeat.

Er engagierte sich gegen die korrupten Politiker in Nigeria. Seine Texte waren rebellisch, kosteten ihn auch eine Weile im Gefängnis. Er gründete sogar eine Partei, die “Movement of the People” (MoP) und kündigte an, für den Präsidentenposten kandidieren zu wollen. Er verbreitete anti-weiße Verschwörungstheorien, war beispielsweise der Meinung, dass Kondome das Mittel einer weißen Verschwörung waren, deren Ziel die Reduzierung der schwarzen Geburtenrate sei.

Für seine Band eröffnete Fela mitten in Nigerias Hauptstadt Lagos den Nachtclub “African Shrine“, wo sich Menschen zum Tanzen und Feiern zusammenfanden. Die Location war der zeitweise bedeutendste und einzige Ort für Live-Konzerte im Zwölf-Millionen-Einwohner-Großraum von Lagos. Sie war der Mittelpunkt von Felas musikalischen und politischen Aktivitäten. Er gründete innerhalb eines ummauerten Grundstücks auch eine Kommune, die “Kalakuta Republic“, in der Musiker, Familienangehörige und Freunde wohnten.

In den 1990er Jahren erkrankte Fela an AIDS. Er hatte die Existenz der Krankheit bis zum Schluss abgestritten, verweigerte jegliche westliche Medizin. Dass seine Todesursache die Folgen der Krankheit war, gab Felas ältester Bruder, der Medizin-Professor Olikoye Ransome-Kuti, erst im Nachhinein bekannt. Das in Nigeria tabuisierte Thema stand nun in der Öffentlichkeit. Sein Bruder war bereits vor seinem Tod schon als Anti-AIDS-Aktivist tätig.

Fela Anikulapo-Kuti wird wohl niemals in Vergessenheit geraten. Nach seinem Tod versammelten sich mehr als eine Millionen Menschen auf den Straßen von Lagos. Fela hatte über 50 Alben produziert, welche weltweit bekannt sind. Seine Texte sang er bewusst auf Pidgin-Englisch, so dass sie für die Bevölkerung in allen englischsprachigen Ländern Afrikas verständlich waren.

Jay Z, Will und Jada Pinkett Smith produzierten sogar ein Broadway-Musical, mit dem sie Fela Kutis Leben als Musiker und Aktivist würdigen wollen. 2014 veröffentlichte Alex Gibney den Dokumentarfilm “Finding Fela” über dessen Leben.

Der musikalische Widerstand und die Tradition des Afrobeats werden heute von zahlreichen Künstlern fortgeführt, unter anderem von seinen Söhnen Femi Kuti und Seun Kuti.