Haben Sie schon mal von den Akan gehört? Nein? Kein Wunder! Die Gruppe aus mehreren westafrikanischen Völkern ist von der Welt bisher eher stiefmütterlich bis überhaupt nicht beachtet worden. Doch obwohl sie sowohl sprachlich als auch kulturell miteinander verwandt sind, bleiben ihre genauen Ursprünge bislang ungeklärt.

Unbekannte Ursprünge

Sie leben zur heutigen Zeit hauptsächlich in Ghana und an der Elfenbeinküste, dennoch fehlen archäologische Beweise über ihre Herkunft, Wanderung und Ausdehnung. Bekannt ist lediglich, dass ihre Sprache zu der Kwa-Sprachfamilie gehört und in zwölf unterschiedliche Dialekte einteilbar ist, doch die Akan-Völker verbindet höchstwahrscheinlich noch viel mehr.

Der eigenen mündlichen Überlieferung der Akan nach stammen sie aus dem Reich Kong (vermutlich im Westen des heutigen Burkina-Faso), von wo aus sie aus noch nicht geklärten Gründen in den Regenwald auszogen. Bei dieser Migration sei es zur Spaltung in die Aschanti und Fanti gekommen (die Namensgebung geht auf das damals gefundene Essen zurück). Dem entgegengesetzt trennten sich die anderen Akan-Völker erst Mitte der 1550er Jahre mit dem Auseinanderfall des Accania-Reiches ab. Allerdings bilden mündliche Überlieferungen noch lange keine verlässlichen Quellen im Gegensatz zu Migrations- und Ethnologieforschung.

Multikulturelle Herkunft?

Bekannt ist, dass die Akanvölker stets (außer möglicherweise im Anfangsstadium ihrer Migration) in bereits besiedelte Gegenden einwanderten, wodurch sie sich höchstwahrscheinlich mit anderen Kulturen vermischten. Die Geschichte der Akan vor der Wanderung in den Regenwald ist hingegen gänzlich unbekannt. Es ist durchaus möglich, dass die Wurzeln der Akanvölker Verbindungen bis zu Nordafrika und sogar zum hebräischen Raum haben könnten. Auch Zusammenhänge mit anderen Staaten sind im Bereich des Möglichen, jedoch ungeklärt. Sind die Akan eventuell eines der ersten multikulturellen Völker?

Warum dieser Volksstamm von der Anthropologie bisher weitgehend ignoriert wurde, das ist genauso geheimnisvoll wie der Stamm selbst. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Forschung in der Zukunft mit dieser bisher noch ungeklärten historischen Frage beschäftigen wird. Der Kontinent Afrika als Wiege der Menschheit sollte es der Wissenschaft wert sein.