By Hel-hama – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27632291

In Ghana wohnen fast 29 Millionen Menschen, darunter viele verschiedene Volksgruppen. Im Jahre 1960 gab es circa verschieden 100 Sprach- und Kulturgruppen. Zu den größten Gruppen heute gehören die Akan, Ewe, Mole-Dagbane und die Ga-Adangme. Die Untergliederungen dieser Gruppen teilen sich Kulturerbe, Geschichte, Sprache und Herkunft. Diese gemeinsamen Attribute sind zurückzuführen auf die verschiedenen Staatsformationen in der vorkolonialen Zeit. Wettstreite um Land, das es zu kultivieren galt, um die Kontrolle der Handelsrouten oder um die Bildnug von Bündnissen für Sicherheit waren ein Teil davon. Die Rivalität der verschiedenen Volksgruppen damals, der unausgeglichene Einfluss des Kolonialismus auf die unterschiedlichen Regionen des Landes und auch die ungleichmäßige Aufteilung von “sozialen und ökonomischen Zusatzleistungen” haben alle zu den heutigen ethnischen Spannungen beigetragen. Die verschiedenen Sprachgruppen erstrecken sich weit über die ghanaischen Grenzen hinaus.

 

 

Kwa Gruppen

Nord- und Südghana sind sprachlich durch die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Sprachfamilien, den Gur-Sprachen im Norden und den Kwa-Sprachen im Süden, getrennt. Die Kwa Gruppen nehmen 75% der Ghanaer ein, wie zum Beispiel die Akan, die Ewe und die Ga-Adangbe. Die rund 75 Kwa-Sprachen werden von 21 Mio. Menschen in Ghana, in der Elfenbeinküste, Togo, Benin und Südwest-Nigeria gesprochen.

 

Akan

By Dance Photographer – Brendan LallyMarkMysoe at en.wikipedia [CC BY 2.0 (https://creative commons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Man kann die Akan in Asante, Fante, Akwapim, Akyem, Akwamu, Ahanta, Bono, Nzema, Kwahu und Safwi aufteilen. Ashanti oder Asanti sind die größten Untergruppen der Akan, sie machen circa 47,5% der ghanaischen Bevölkerung aus. Sie sprechen den Asanti Dialekt des Twi, welches die Muttersprache von über 10 Millionen Asanti Menschen ist. Ashanti heißt so viel wie “wegen Krieg”. Wegen des Goldes und des Volta-Sees erschufen sich die Ashanti 1670 ihr eigenes Reich. Das Ashanti Königreich hatte viel Macht über das heutige Ghana mit Kumasi als ihre Hauptstadt. Seit 2014 ist sie die größte Stadt des Landes.

 

By JY midey – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45205560

Ewe

Die Ewe leben im Togo und in der Volta Region von Ghana. Sie sprechen Ewe und machen 13,9% der ghanaischen Bevölkerung aus. Auch sie bilden nochmal eine eigene Sprachgruppe, welche in die Nkonya, Tafi, Logba, Sontrokofi, Lolobi und Likpe aufgeteilt werden kann. Die Ewe Menschen besiedelten zunächst die Regionen des Akanlandes und des Yorubalandes obwohl sie weder mit den Akan noch mit den Yoruba verwandt sind abgesehen von den gegenseitigen Einflüssen. Sie wohnen immer noch in Dörfern zusammen, in denen sie ihre Häuptlinge über Konsens und mit dem Rat der Älteren bestimmen. Der Häuptlich darf nie trinkend gesehen werden und muss seinen Kopf in der Öffentlichkeit bedecken. Ihre Religion ist konzentriert auf den Schöpfer Mawu und Lisa. Sie glauben außerdem an zusätzliche, zweitrangige Götter. Musik durch Trommeln und Tanzen sind Teil ihrer Feste und Feiern.

 

By K. Kendall [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/ licenses/by/2.0/)] via flickr

Ga-Adangme

 

Die Ga, die kulturell eng mit den Dangme verbunden sind und deshalb auch Ga-Adangme genannt werden, sind eine Volksgruppe, die in Ghana, Togo und Benin lebt. Ihre Sprache nennt sich Ga und sie machen etwa 7,4% der ghanaischen Population aus. Die Ga-Adangme Menschen und Sprachgruppe umfassen Ga, Adangbe, Ada und Krobo Kloli. Außerhalb Ghanas sind die Ga für ihre verwendeten figürlichen Särge und ihrer handgemalten Filmplakate bekannt, die besonders in westlichen Kunstkreisen und -ausstellungen regelmäßig gezeigt werden.

 

Gur Gruppen

Nördlich des Volta Flusses leben die drei Untergruppen der Gur-Sprecher: Mole-Dagbane, Gurma und Grusi. Wie bei den Kwa Unterfamilien gibt es auch hier weitere Untergruppen. Die etwa 75 Gur-Sprachen werden vom Südosten Malis über die nördliche Elfenbeinküste, Ghana, Togo und Benin bis nach Burkina Faso und Nigeria von insgesamt etwa 15 Millionen Menschen gesprochen.

 

Mole-Dagbon

By Sintinon [CC BY-SA 3.0 (https://creativecom mons.org/licenses/ by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Die Mole-Dagbon leben in den nördlichen Regionen des Königreichs von Dagbon, sprechen Dagbani und machen 16,6% der ghanaischen Population aus. Diese Volksgruppe lebt aber auch in Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Mali und Togo. Sie sind bekannt für ihre kultivierte, hochentwickelte Tradtion: sie weben Instrumente wie Trommeln. Ihre Geschichte wurde stark von Handlungsreisenden beeinflusst, ihre Kultur ist sehr von islamischen Traditionen geprägt.

 

 

Gurma

Die Gurma sind im Südösten Burkina Fasos, den heutigen Provinzen Gnagna, Gourma, Komondjari, Kompienga und Tapoa, im westliche Niger und im nördlichen Benin, Togo und Ghana zu finden. Sie machen 5,7% der ghanaischen Bevölkerung aus. Viele von ihnen hängen noch traditionellen Religionen an, mittlerweile sind aber auch viele muslimisch oder christlich. Sie leben in runden Häusern aus Lehmziegeln, die in kreisförmigen Gebilden angeordnet und von geflochtenen Strohzäunen umschlossen sind.

 

By Davius – Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php ?curid=23291093

Grusi

Die Grusi sind hauptsächlich im Norden von Ghana und im Süden von Burkina Faso zuhause und decken 3,7% der Ghanaer ab. Ihre Sprache nennt sich Gurunsi-Sprache. Sie sind bekannt für ihre aufwendigen Hausmalereien und ihren architektonischen Designs, genauso wie für ihre Tiermasken voller geometrischer Motive. Diese Masken haben mittig Augen und vielfarbige Effekte in schwarz, weiß und rot. Außerdem gehören regelmäßige Völkerwanderungen zu ihrem Leben, auf welche sie wegen Trockensavannen und häufigen Dürren angewiesen sind, um Landwirtschaft und Viehzucht betreiben zu können.