Seit 2018 galt das nördliche Breitmaulnashorn (auch Weißes Nashorn) als unmittelbar vom Aussterben bedroht, aber jetzt gibt es gute Neuigkeiten: Einer Gruppe internationaler Forscher in den Avantea Labors in Italien ist es gelungen, möglicherweise das Fortleben des Nashorns zu sichern.

2018 starb der letzte Nashornbulle. Seit 2014 entnahmen Wissenschaftler einigen inzwischen verstorbenen Bullen Spermien und froren sie ein. Die beiden noch lebenden Weibchen, Najin und Fatu aus Kenia, sind die letzten  nördlichen Breitmalnashörner – und zu alt, um sich auf natürlicher Weise fortzupflanzen. Der Fortbestand ihrer Art liegt somit in den Händen der Wissenschaftler. Nun verwendeten diese die Spermien der Männchen Suni und Saut, die bis zu ihrem Tod in einem tschechischen Zoo lebten, um das Fortleben der Art zu sichern.

Nun schaffte es das internationalen Wissenschaftlerteam, den beiden Weibchen im kenianischen Reservat zehn unreife Eizellen zu entnehmen. Insgesamt sieben Eizellen reiften im Labor an und wurden künstlich befruchtet. Nur zwei Zellen, beide vom Weibchen Fatu, und befruchtet mit den Spermien des Männchen Suni, wurden zu einem lebensfähigen Embryo. Diese Embryos fror man wieder ein, während sich die Wissenschaftler auf die Suche nach einer Leihmutter machen. Najin kann ihren Nachwuchs nicht selber auszutragen. Als Leihmutter wird wahrscheinlich ein südliches Breitmaulnashorn dienen. Das südliche Breitmaulnashorn ist eng mit dem nördlichen verwandt, und gilt mit einer Anzahl von ca. 20.000 wildlebenden Tieren als potenziell gefährdet.

Das nördliche Breitmaulnashorn ist die größte aller Nashornarten, und eines der größten Landsäugetiere der Welt. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des nördlichen Breitmaulnashorns erstreckte sich von Uganda bis in das Niltal im Sudan und Ägypten. Aufgrund von Wilderei und Bürgerkriegen schrumpfte die Population des Nashorns sehr stark. Seit 2008 ist es in freier Wildbahn ausgestorben. Doch nun gibt es Hoffnung, dass vielleicht in einigen Jahrzehnten wieder nördliche Breitmaulnashörner durch die Savannen Afrikas streichen …