Letzte Woche begann die weltweite Fashion Week Saison mit der New Yorker Fashion Week, jetzt sind alle – Fashionmagazine, Blogger, Fotografen, Models und Stylisten – in Richtung Paris, London und Mailand unterwegs, um die alljährliche Fashion-Tour zu vervollständigen.

 

Hierbei wird jedoch weiterhin der weltweit populärste und jüngste Kontinent mit einer Bekleidungsindustrie mit einem Wert von 15 bis 31 US-Dollar komplett außer Acht gelassen. Ein zunehmender Bildungsstandard auf dem afrikanischen Kontinent, ein ansteigendes BIP und beständigere Wirtschaftssektoren im Allgemeinen führten in Afrika zu einem wachsenden Mittelstand mit einem größeren verfügbaren Einkommen, das in den Modebereich investiert werden kann.

 

“Der moderne afrikanische Konsument wird zunehmend anspruchsvoller.” – So der schwedische Fotojournalist Per-Anders Petterson, der für sein Buch mit dem Titel “African Catwalk” die Fashion Weeks in 16 afrikanischen Ländern fotografierte.

 

Obwohl es keinen offiziellen Kalender für die afrikanischen Fashion Weeks gibt, veranstalten beinahe alle 54 Länder auf dem Kontinent diverse Mode-Events und ihre eigenen Fashion Weeks.

 

 

Diese Events werden stattfinden:

Die Joburg Fashion Week vom 4.-6. Oktober steht ganz für Berühmtheiten, Glanz und Glamour und supportet neue Designer, während die South Africa Fashion Week (23.-27. Oktober 2018) den B2B-Sektor abdeckt und dadurch eine Show für Käufer, um neue Kollektionen für den Massenmarkt zu erwerben, auf die Beine stellt. – Beide finden in Johannisburg und jährlich zweimal (die nächsten sind dann im April) statt. Außerdem gibt es in Johannisburg noch die Soweto Fashion Week.

Des Weiteren läuft die Cape Town Fashion Week in der dritten Märzwoche. Sie wird hauptsächlich von African Fashion International organisiert. Auf dem Catwalk werden Outfits von Designern wie Gavin Rajah oder MAXHOSA by Laduma label präsentiert. Das Event unterstützt neue südafrikanische sowie afrikanische Designer und ermutigt die Südafrikaner regionale Textilien zu erwerben.

 

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Reinterpreting the Runway.

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Das berühmteste Fashion-Event ist die Lagos Fashion Week, die vom 24.-27 Oktober stattfindet. Sie wurde von Omoyemi Akerele – der einige strategische Initiativen entwickelt hat, um die Industrie zu unterstützen und zu kräftigen – ins Leben gerufen. Für ihn ist die Fashion Week viel mehr als nur ein Event, sie ist eine Platform. Vielen Designern, die ihre Mode auf der LFW vorführten, war es möglich, ihre Outfits auch in Mailand und Paris zu präsentieren. Außerdem verkaufen sie ihre Kleidung auch online, beispielsweise auf Temple, Muse, Alara oder Jumina.

 

Das größte jährliche Fashion-Event im Osten und in Zentralafrika präsentiert die unterschiedlichsten Fashion- und Accessoire-Trends von Swahili-Designern. – Die Swahili Fashion Week läuft in der tansanischen Stadt Dar es Salaam diesen Winter vom 30. November bis zum 2. Dezember.

 

Des weiteren finden in Ghana die Ghana Fashion and Design Week und die Accra Fashion Week statt. Während die jährlich stattfindende Ghana Fashion and Design Week zeigt, dass Ghana aus mehr als einer einzigen Fabrik besteht, konzentriert sich die Accra Fashion Week vom 3.-7. Oktober auf die Produktion, die Fertigung und den Vertrieb. Verschiedene Designer aus den unterschiedlichsten Ländern wie Nigeria, Togo oder der Elfenbeinküste, aber auch Design-Studenten der Imperial Fashion Design School oder der Riohs Originate werden an der Fashion Week teilnehmen. Eine weitere interessante Fashion Week in Ghana ist die Mercedes Benz Fashion Week (im letzen Juliwochenende), die zudem von Maybelline und Samsung gesponsert wird.

 

Mit der Mission, Mode aus Kongo in der internationalen Szene zu etablieren, wurde die Kinshasa Fashion Week von Gloria Mteyu gegründet. Diese wird in Kinshasa City in der dritten oder vierten Wochenende im Juli stattfinden.

 

Mit dem Beginn in den späten 60er Jahren, wurde Dakar im Senegal für viele Jahre zu einem kulturellen Hotspot, indem die stadt das World Festival of Black Arts sowie das Dakart Biennale veranstaltete. Die Dakar Fashion Week (in der dritten Juni-Woche), wurde vor 16 Jahren von Adama Paris gegründet und ist damit die am längsten existierende Fashion Week auf dem afrikanischen Kontinent. Etwa 32 Designer (wie zum Beispiel Tsemaye Binitie und Thula Sindi) aus über 10 Ländern werden dort ihre Outfits auf dem Laufsteg präsentieren. Ganz besonders ist der Tag, an dem ein Street-Event stattfinden wird: Es wird eine für jedermann öffentlich zugängliche Street-Fashion-Show geben, bei der sogar der Eintritt frei ist.

 

Das Verfolgen der Fashion Weeks in Afrika ist durchaus eine Überlegung wert! – Die Kleider aus den unterschiedlichen Designern und Ländern sind anspruchsvoll, interessant und atemberaubend.