Wer schon einmal auf dem Brett stand weiß, dass man sich beim Wellenreiten unbeschreiblich frei fühlt. Profi-Surferin Meryem El Gardoum erreicht durch ihren Sport nichts Geringeres als die Freiheit für Frauen der afrikanischen Welt.

In dem Dorf Tamraght, 15 Kilometer nördlich von Agadir, ist die 21-jährige in einer traditionellen muslimischen Familie mit zwei Brüdern und vier Schwestern aufgewachsen. Schon als kleines Kind wurde sie von der atemberaubenden Kraft des Ozeans angezogen und mit elf Jahren entdeckte sie schließlich ihre Liebe zum Surfen. Damals versuchte sie noch die Surfer, die sie sah, mithilfe ihres Bodyboards zu imitieren. Inzwischen ist sie absoluter Profi!

#luckyweliveinmorocco ✌🏼️❤️ @oxygizer

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Mit Surfen und Ehrgeiz für Emanzipation

Am Anfang ihrer Karriere bekam die junge Surferin oftmals Sprüche von ihren ausschließlich männlichen Kollegen zu hören. Daher musste sie selbst erst lernen mit Stolz zu ihrer Identität zu stehen: jung, weiblich, muslimisch und Surferin! Nach und nach erarbeitete sie sich so den Respekt von ihrem Dorf über Taghazout und Marrakesch bis hin zur weltweiten Surfcommunity. Meryem El Gardoum ist schließlich nicht nur die beste Surferin Marokkos, sondern eine der ersten afrikanischen Frauen überhaupt, die das Wellenreiten gemeistert haben. Mit Respekt und Ehrgeiz hat es die junge Marokkanerin geschafft, ist an den männlichen Surfern ihres Dorfes vorbeigerauscht und hat somit gleichermaßen die Wellen wie das Patriarchat in die Knie gezwungen. Immer mehr Afrikanerinnen nehmen Meryem El Gardoum als Vorbild und werden dank ihres Erfolges zum Surfen inspiriert.

Sie ist bereits fünf Mal marokkanische Surfmeisterin geworden!

Und so sieht es aus, wenn sie die Wellen bekämpft: