“Afrika ist ein Kontinent der Möglichkeiten” sagt die senegalesische Unternehmerin Fatoumata Ba – und der Erfolg gibt ihr recht. Die 30-jährige hat 2012 an der Elfenbeinküste den führenden afrikanischen Online-Versandhandel Jumia – das afrikanische Amazon – gegründet und gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Afrikas. Sie hat gezeigt, dass nicht nur Europa oder die USA für digitale Innovation stehen, sondern auch Afrika großes Potential bei der wirtschaftlichen Digitalisierung entfalten kann.

Obwohl sich die Bevölkerungszahl in Afrika bis 2050 fast verdoppeln könnte und die wirtschaftlichen und technologischen Infrastrukturen verbessert werden müssten, sieht sie gerade in der rasanten Digitalisierung Afrikas eine große Chance, die Wirtschaft ihres Landes voranzutreiben. Denn es gibt kein Faktor, der hier das Leben so sehr bestimmt wie das mobile Netz, das Smartphone ist mittlerweile die Schaltzentrale für alle wichtigen Angelegenheiten des Lebens geworden. Naheliegend also , dass die Ideen der Unternehmerin genau hier ansetzen und sie eine hoffnungsvolle Zukunft in der digitalen Wirtschaft, wie z. Bsp. Online-Dienste, sieht.

Allerdings musste die diesjährige Gewinnerin des Aenne Burda Awards erst einige Hürden überwinden: Da die Bestellung per Vorkasse nicht funktionierte, konnte das Geld erst beim Empfang der Ware erhalten werden. Andererseits musste man aufgrund der schwachen Infrastruktur erst ein Transportunternehmen für den Versand der Ware aufbauen.

Das größte Problem aber war der Bezahldienst, da nicht viele Afrikaner über ein Bankkonto oder eine Kreditkarte verfügen. Aufgrund des regen Gebrauchs des Smartphones entschied man sich daher für einen mobilen Bezahlservice – und es funktionierte.

Mit ihrem neuen Projekt – Janngo – will sie nun kleinere Unternehmen und Start-ups unterstützen. „Mit Janngo wollen wir kleinen und mittleren Unternehmen ermöglichen, digitale Technologie zu nutzen, um den Zugang zum Markt und zu Geschäftsmodellen zu verbessern“ sagt Fatoumata Ba.

Dass dieses Projekt für Afrika sehr wichtig ist, hat man auch in Frankreich erkannt: Im Mai 2018 erhielt Janngo ein Investment der französischen Unternehmerfamilie Mulliez in Höhe von einer Million Euro.