Rund 1,5 Milliarde Muslime feierten gestern, am 06. Juni 2019, den letzten Tag des insgesamt drei Tage dauernden Fests des Fastenbrechens, auch Eid al-Fitr genannt. Mit dem Fest wird das Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert und ist zusammen mit dem Opferfest, Eid al-Adha, eines der wichtigsten Feste des Islam.

Aber was eigentlich ist der Fastenmonat Ramadan und wie feiert die muslimische Gemeinschaft sein Ende?

Ein Monat der Entbehrung

Ramadan, so nennt man den 9. Monat des islamischen Mondkalenders. Der genaue Zeitraum kann dabei je nach Jahr und Standort variieren, da er sich vor allem an der Sichtung der sogenannten Mondsichel orientiert. In Deutschland verschiebt sich der Fastenmonat jedes Jahr um ca. zwei Wochen.
Der Ramadanmonat ist dem Glauben nach einer der heilgsten Zeiträume der islamischen Zeitrechnung, da dem Propheten Mohammed in diesem Monat erstmals der Koran, die heilige Schrift des Islams, offenbart wurde. Dieses Jahr hat der Fastenmonat in den meisten Ländern am 05. Mai begonnen und endete vor zwei Tagen, 04. Juni. Während des Ramadan, verzichten gläubige Muslime innerhalb der Sonnenstunden (also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) auf Nahrung, Wasser und auf jegliche sexuelle Zärtlichkeiten. Auch Küssen ist verboten!

Das Fasten soll dabei nicht nur deutlich machen, was es bedeutet auf essentielle Dinge wie Essen oder Trinken zu verzichten, sondern stellt auch eine Zeit dar, in der über das eigene Leben, über Fehler und Erfolge nachgedacht werden kann. Es gilt, das eigene Verhalten zu hinterfragen und seinen Mitmenschen mit Verständnis und Mitgefühl gegenüber zu treten. Durch die Entbehrung sollen außerdem Körper und Seele gereinigt und von Sünden befreit werden. Das Fasten von Kranken, Schwangeren oder von Kindern ist dabei nicht erlaubt.

Das Fest des Fastenbrechens

Ist der Fastenmonat dann nach 29 Tagen schließlich zuende, feiern Muslime das sogenannte Fastenbrechen (Eid al-Fitr). Mit einem großen Essen, zu dem Freunde und Verwandte eingeladen werden, belohnt man sich für die Zeit der Entbehrung. Aber auch das Spenden an Bedürftige, das in den meisten islamischen Ländern als Zakat bezeichnet wird, ist ein großer Bestandteil des Eid al-Fitr. Schließlich stehen vor allem Aspekte wie Nächstenliebe und gegenseitige Anteilnahme in dieser Zeit im Vordergrund.
Ein Gebet am frühen Morgen des ersten Tags des Fastenbrechen gehört ebenfalls zur Tradition vieler islamischer Gemeinschaften.

Und was kommt beim Fastenbrechen auf den Tisch?
Hier drei beliebte Gerichte zum selber Nachkochen!

Nordafrikas Liebling: Couscous Salat

Couscoussalat - by Bernadette Wurzinger via Pixabay

Couscoussalat – by Bernadette Wurzinger via Pixabay

Zutaten:

  • 100 g Couscous
  • 100 g vorgekochte Kichererbsen
  • 1 Granatapfel
  • 1 Salatgurke
  • 2 Strauchtomaten
  • 4 Zweige Minze
  • 4 Zweige Petersilie
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz
  • Pfeffer
  • 30 ml Olivenöl
  • 1 Limette/Zitrone
  • 1 Prise Raz el Hanout

Den Couscous mit einem Teelöffel Salz in eine hitzebeständige Schüssel geben und Wasser aufkochen (auch gerne im Wasserkocher). Das heiße Wasser über den Couscous gießen, sodass dieser gerade bedeckt ist.
Die Schüssel abdecken und den Couscous 20 Minuten quellen lassen.
In der Zwischenzeit: Gurken und Tomaten in kleine Würfel schneiden und die Petersilie und Minze fein hacken. Auch die Granatapfelkerne könnt ihr bereits heraus lösen.

Wenn der Couscous aufgequollen, d.h. weich aber nicht matschig ist, das Olivenöl, sowie den ausgepressten Limetten- oder Zitronensaft über gießen. Das Ganze so verühren, dass der Couscous wieder eine körnige Konsistenz hat und mit einer Prise Raz el Hanout und Pfeffer würzen.

Nun die vorbereiteten Tomaten, Gurken, Granatapfelkerne, die Portion vorgekochte Kichererbsen, als auch die geschnippelten Kräuter (nach Bedarf auch Knoblauch) hinzu geben. Noch einmal gut umrühren und mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Voilá, eurer Couscous Salat ist fertig!

Äthiopianischer Eintopf: Doro Wat

EintEintopf - by Michael Uebler via Unsplash

Eintopf – by Michael Uebler via Unsplash

Zutaten:

  • ein halbes Huhn
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 2 Strauchtomaten
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 4 hartgekochte Eier
  • 1 ausgepresste Zitrone
  • halber Teelöffel gemahlener Kardamom
  • halber Teelöffel gemahlener Zimt
  • halber Teelöffel gemahlener Gewürznelken
  • halber Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 Teelöffel scharfes Paprikapulver
  • 2-3 Teelöffel Berbere Gewürzmischung
  • Butterschmalz
  • Frischkäse
  • 4 Tassen Wasser

Als ersten Schritt das halbe Huhn enthäuten und in kleine Teile zerlegen. Alles ordentlich abwaschen und zusammen mit Zitronenscheiben in eine Schüssel Wasser legen. Eine Stunde stehen lassen.

In der Zwischenzeit feingehackte Zwiebeln und Karotten in etwas Butterschmalz anschwitzen lassen. Sobald die Zwiebeln glasig braun sind, die vorher in kleine Würfel geschnittenen Tomaten zusammen mit den Gewürzen (Zimt, Nelken, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Berbere) und noch etwas Butterschmalz in den Topf geben. Das Ganze ca. 5 Min. anbraten und dann mit einer guten halben Tasse Wasser ablöschen. Alles zusammen auf mittlerer Hitze 10 Min. köcheln lassen.

Anschließend die vorbereiteten Hühnerteile dazu geben und alles zusammen 30 Min. köcheln lassen. Nach 30 Min. die Hitze etwas runter drehen und das restliche (am besten bereits heiße) Wasser hinzugeben. Jetzt nochmal 2 Stunden köcheln lassen bis das Hühnerfleisch richtig zart ist und von allein vom Knochen fällt. Die geschälten und hartgekochten Eier seitlich leicht einschneiden und in den Eintopf geben. Fertig!

Wer die Schärfe noch etwas mildern möchte, kann außerdem noch etwas Frischkäse in den Eintopf geben. Guten Apetit!

Somalisches Eid-Brot: Cambaabur

Brot - BilBrot - by Виктория Павлова via Pixabay

Brot – by Виктория Павлова via Pixabay

Zutaten:

  • 2 Tassen Weizenmehl
  • halbe Tasse Hirse oder Dinkel (feingemahlen)
  • 1 1/2 Teelöffel Hefe
  • 1 1/2 Teelöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1/2 Teelöffel Kurkuma
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel oder Fenchelsamen
  • 1 Teelöffel gemahlenen Schwarzkümmel
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 Tassen Wasser

Die Zwiebeln, Knoblauchenzehen zusammen mit dem Kreuzkümmel, Schwarzkümmel und Kurkuma in einem Mixer zermahlen, bis eine glatte Paste entsteht.

Danach das Mehl, Zucker, Hefepulver und Salz, sowie die 3 Tassen Wasser hinzugeben. Das ganze entweder gut mit einem Schneebesen verrühren oder zusammen mit der Gewürzpaste im Mixer mixen. Am Ende muss der Teig glatt und leicht flüssig sein. Ähnlich wie ein normaler Pfannkuchenteig.

Danach eine runde, etwas tiefere Pfanne mit etwas Öl erhitzen und eine Portion Teig am besten mit einer Suppenkelle in die Pfanne geben. Die Pfanne schön schwenken, damit der Teig sich gut verteilt und ihr am Ende ein schönes rundes Ergebnis hat. Nach ca. 30-60 Sekunden könnt ihr euren Fladen vorsichtig wenden und nochmal kurz anbraten. Den Vorgang dann wiederholen, bis kein Teig mehr übrig ist.
Die fertigen Fladen mit Zucker bestreuseln und mit etwas Joghurt servieren.

Am besten schmeckt das Eid-Brot, wenn es noch leicht warm ist, deshalb unsere Empfehlung: Direkt nach dem Zubereiten verspeisen!