Durch die Kooperation mit der Nichtregierungsorganisation Challenging Heights ist es dem 22-jährigen Australier Emmison Vernon-Skewes möglich, sein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen: Ein Mode-Start-Up in Ghana.

Als er auf Instagram über australische Windbreaker-Jacken stolperte, die er furchtbar öde fand, war es ihm klar. Er möchte Bunte Streetwear in Ghana produzieren, dort den Menschen helfen, gegen die Sklaverei angehen, ihnen Arbeit geben und kunstvolle Mode entwerfen.
Die NGO war sofort begeistert und wollte, dass er direkt mit seinem Projekt beginnt. Am Telefon überredete er seinen Bruder, ihre gesamten Ersparnisse in das Projekt zu stecken und einen Onlineshop aufzubauen.

 

Die Idee zur Schneiderei kam ihm zufällig. Emmison, der zuvor zwar als Model tätig war, konnte weder nähen noch Mode entwerfen. Darüber hinaus wusste er nichts über Ghana. Er hatte keinen Schimmer, woher er die Stoffe beziehen sollte, welche Nähmaschinen er brauchte oder wie hoch die australischen Einfuhrzölle waren. Nach und nach begann er das Unternehmen aufzubauen. In den ersten sechs Wochen in Winneba bestellte er Nähmaschinen, er fuhr nach Accra auf den Makola Market und suchte nach passenden Textilien, kaufte Muster, die er hip fand. Zudem lässt er sich von einem befreundeten Händler beraten.

 

Die Arbeiter werden ihm von Challenging Heights gestellt. Die meisten waren ungelernt, abgesehen von einem erfahrenen Schneider, den Emmison gleich zum Chef beförderte.

 

Emmison und Challenging Heights eröffnen den Arbeitern neue Möglichkeiten, neue Welten. Der Australier versucht die Mentalität der Ghanaer verstehen und zu durchbrechen. Die ghanaische Gesellschaft erziehe die Menschen dazu, sich bei Misserfolg schuldig zu fühlen, dies möchte er mit seinem Projekt überwinden. Statt zu tadeln, sagt er seinen Leuten nun, wie sie es besser machen können.

 

Auch wenn Emmison bislang noch keinen Cent verdient, ist das Start-Up mittlerweile am Laufen. Jeder Arbeiter muss sich morgens in ein Dienstbuch ein- und abends wieder austragen. Emmison zahlt mehr als den Durchschnittslohn in Ghana, umgerechnet knapp 108 Euro im Monat, und stellt Tüten mit Trinkwasser kostenlos zur Verfügung. 35 Stunden pro Woche arbeiten seine Leute, vier Wochen Jahresurlaub steht ihnen ebenfalls zu.
Bis Ende des Jahres will Emmison zehn Schneider beschäftigen. Er hofft, dass er sich das leisten kann.

 

Im Moment fliegt der Australier alle Monate zwischen seinem Unternehmen in Ghana und seiner Heimat in Adelaide hin und her – ein notwendiges Übel. Denn um seinen Lebensunterhalt und den Start seines Unternehmens zu finanzieren, jobbt Emmison in Australien auf dem Bau.