Die sogenannte Goldküste Ghanas war seit dem 17. Jahrhundert besiedelt wie kaum ein anderes Gebiet in Afrika. Europäische Mächte wie Portugal, Großbritannien, die Niederlande, Preußen, Schweden und Dänemark bauten Festungen am Rande der langen Atlantikküste Ghanas. Ab 1820 festigte sich Großbritannien in dem Gebiet, offiziell wurde Ghana aber erst 1874 zur britischen Kolonie. Durch Abkommen mit der Landbevölkerung wurden auch andere Teile Ghanas von den Briten besiedelt. Viele Gebiete Ghanas waren souverän, die traditionellen Oberhäupter jedoch dem Gouverneur in Accra unterstellt. 1925 waren auch erstmals Afrikaner im Legislativrat der ursprünglichen Kolonie entlang der Küste vertreten. Auch am ersten Weltkrieg nahmen über 40.000 der kolonisierten Bewohner der Goldküste als Soldaten unter britischer Flagge teil.

1946 wurden schließlich auch in den übrigen Teilen Ghanas die einheimische Bevölkerung in die Legislativräte einbezogen. Die Nationalbewegung um Kwame Nkrumah ebnete Anfang der 50er Jahre den Weg in die Unabhängigkeit: Mit Streiks, Boykotts, der breiten Unterstützung des Volkes und der Wahl zum Präsidenten konnte er sich zum Gesicht der Unabhängigkeitsbewegung aufschwingen und seine zwischenzeitliche Verhaftung durch die Briten konnten diese nicht mehr legitim verantworten. So wurde er freigelassen und er Weg in die Unabhängigkeit begann. 1957 folgte die komplette Unabhängigkeit, doch die Verbindung zu Großbritannien wurde mit der vollwertigen Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations gefestigt. In den 60er und 70er Jahren folgten mehrere Militärputsche und das Land sah sich in einer politischen Schieflage. Erst 1992 folgten Demokratisierungsprogramme, die Ghana in eine neue Ära leiteten.