Das 1. Gnaoua Festival Berlin zelebriert die legendäre tranceartige Musik der Gnaoua. Diese sind die Nachfahren von Westafrikaner*innen, die ab dem 11. Jahrhundert aus der Region um die heutigen Staaten Mauretanien, Senegal, Niger und Mali verschleppt und im Maghreb versklavt wurden. In der nordafrikanischen Diaspora nutzten sie unterschiedliche sakrale Musiken Westafrikas als Widerstandspraxis. Sie kreolisierten sie mit Sufitraditionen und Musikstilen der Araber, Juden und Berber. Mit ihrer rhythmusbetonten Musik erneuerten sie nicht nur den Sound Marokkos, Algeriens und Tunesiens. Sie übten auch großen Einfluss auf die internationale Entwicklung des Jazz aus.

 

Erster Festivaltag Donnerstag 16.08.2018 

Eröffnung: special guest und Gnaoua-Meister Majid Bekkas aus Marokko, Erfinder des „Gnaoua Blues“. Bekannt ist er durch Auftritte mit Archie Shepp, Pharaoh Sianders und Klaus Doldinger.

Später: Majid Bekkas trifft auf arabische Musiker*innen der von der Werkstatt der Kulturen organisierten Kult-Konzertreihe „ARAB SONG JAM“. Zusammen unternehmen sie eine musikalische Entdeckungsreise durch die Welten von Gnaoua, Tarab, Maqam und Rai: Wir erwarten eine vibrierende Jamsession à l ́arabe!

 

Zweiter Festivaltag Freitag 17.08.2018

18 Uhr: Parade, bei der Gnaoua-Musiker und -Tänzer mit Qraqebs (Metallkastagnetten), Guembri (Basslaute) & Co zum Hermannplatz ziehen.

Später: Simo Lagnawi (Marokko/London), ein „junger Wilder“ des Gnaoua. Er sorgte u.a. mit seiner Band Electric Jalaba für viel Furore. Begleitet wird er von Sänger und Oud-

Spieler Momo Djender (Algerien/Berlin), einem „Erneuerer“ der traditionellen algerischen Chaabi-Musik. Er tourte bereits mit Sting und Klaus Doldinger

Die beiden versetzen zum Abschluss des Abends mit Drums, Jazz-Trompete und Elektro-Loopstation den traditionellen Sound des Maghreb ins 21.Jahrhundert.

 

Letzter Festivaltag Samstag 18.08.2018

Festival-Ensemble „Master Class“ präsentiert die Ergebnisse der dreitägigen Master Class. Bei dieser entwickelten bekannte Musiker*innen aus der Berliner World-Jazz-Szene zusammen mit Gnaoua-Musikern Fusionen von Gnaoua-Musik und modernen Jazzimprovisationen.

Mâalem Mokhtar Gania aus Marokko, Sohn der legendären marokkanischen Musikerfamilie Gania. Er erlernte die Kunst des Gnaoua von seinem Vater Mâalem Boubker Gania und seinem Bruder Mâalem Mahmoud Gania, die zu den wichtigsten Gnaoua-Meistern Marokkos zählten. Nun tritt er deren musikalisches Erbe an.

 

Rahmenprogramm:

Workshop: Gnaoua für Kinder und Laien mit Simo Lagnawi (Marokko/London)

Instrumentenbau-Ausstellung: Guembri, Oud & Co mit Mohamed Khoudir (Algerien/Berlin)

Lecture & Talk: „Ästhetik, Ethik und Trance in der Gnaoua- Kultur“ (Dr. Tamara Turner / Max-Plank-Institut for Human Development Berlin)

 

 

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen zum Festival findet ihr HIER