83 Filme mit 30 internationalen Gästen in 5 verschiedenen Locations verteilt über 10 Tage… das erwartet die Besucher des diesjährigen Afrika Film Festivals in Köln! Vom 15. bis 25. September findet das Festival statt, und das nun schon zum 14. Mal. Mittlerweile ist es nicht nur ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Stadt Köln, sondern auch eine der wichtigsten Vorstellungen des zeitgenössischen afrikanischen Kinos in Deutschland.

Besonders der persönliche Kontakt zwischen Besuchern und den Filmschaffenden zeichnet das Afrika Film Festival in Köln aus. Dieses Jahr werden 30 Produzenten, Musiker und Schauspieler zu Gast sein. FilmemacherInnen stellen ihre Filme persönlich vor und im Anschluss an die Vorführung gibt es reichlich Raum für Fragen und Diskussionen. Weiterhin ist eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen im afrikanischen Filmschaffen“ („Sisters in African Cinema“) geplant. Hierbei werden sich Regisseurinnen aus Südafrika, Tunesien, Kamerun und Kenia austauschen, die Moderation übernimmt die international bekannte Autorin und Professorin Beti Ellerson aus den USA. Eine Simultanübersetzung ermöglicht das direkte Verständnis, und auch die Filmgespräche werden konsekutiv ins Deutsche übersetzt. Ein weiterer Treffpunkt für Gäste und das Publikum ist im Foyer des Filmforums im Museum Ludwig eingerichtet. Von der Möglichkeit sich bei Speisen aus dem Togo und Senegal kennenzulernen und auszutauschen wurde in den letzten Jahren reger Gebrauch gemacht.

Wer steht eigentlich hinter diesem umfassenden Projekt? Seit 1988 kümmert sich der Verein FilmInitiativ e.V. um die Organisation und Durchführung der zahlreichen Filmreihen, Festivals und Einzelvorführungen. Der Fokus liegt hierbei auf Filmen aus Afrika. Zunächst wurde das Afrika Film Festival „Jenseits von Afrika“ noch unregelmäßig veranstaltet, seit 1996 findet es im zwei-Jahres-Rhythmus statt. Dabei wird ein immer größeres Publikum angezogen, was unter anderem auf die Aktualität der Filme und die Einladung von internationalen FilmemacherInnen zurückzuführen ist. Stolz erzählt Christa Aretz, Chefin des Festivals, dass das Afrika Film Festival in Köln nunmehr das größte seiner Art in Deutschland sei. „Beim Festival 2014 haben mehr als 8.000 Personen die Filme, die begleitende Ausstellung und die Live-Konzerte besucht. Die Resonanz war durchweg positiv! Auch konnten einige Filme in andere Städte vermittelt werden. Attraktiv für das Publikum und für die FilmemacherInnen ist auch, dass die Preise für den besten Spielfilm und die beste Dokumentation von den BesucherInnen per Stimmkarte gekürt werden.“

Die Auswahl der Filme für das Festival erfolgt keinesfalls zufällig. Die MitarbeiterInnen sind bei den wichtigsten internationalen Afrika Film Festivals, zum Beispiel in Ouagadougou, Carthage und Leuven, direkt vor Ort. Sie sichten das Programm und knüpfen neue Kontakte zu FilmemacherInnen und Schauspielern. Zusätzlich wird gründlich im Internet nach afrikanischen Produktionen recherchiert. Durch die wachsende Bekanntheit des Festivals erhält FilmInitiativ auch immer häufiger direkte Einsendungen von Filmschaffenden. Dieses Jahr haben es 83 Filme in das ausgefeilte Programm geschafft, ursprünglich standen 300 Filme zur Verfügung. Christa Aretz erklärt, worauf es dabei ankommt: „Für die Auswahl der Filme sind vor allem deren Aktualität und die cineastische Aussage, wie z.B. Dramaturgie, gute SchauspielerInnen, Schnitt, Musik wichtig. Auch Themen wie Kinder und Jugendliche, Kunst und Design, Alltagsleben und politische Perspektiven beeinflussen die Zusammenstellung der Programmpunkte.“

Um das Verständnis muss man sich auch als Laie keine Sorgen machen. Mithilfe der Kulturstiftung des Bundes konnten 21 Filme deutsch untertitelt werden. Sonst wurden die Filme in Englisch, Französisch oder der Originalsprache des jeweiligen Landes gedreht.

Der Schwerpunkt des diesjährigen Festivals wird das Thema „Sisters in African Cinema“ („Frauen im afrikanischen Filmschaffen“) sein. Obwohl ihr Anteil steigt, werden Frauen in der internationalen Filmindustrie noch lange nicht gleichberechtigt behandelt. Das Festival möchte nun verdeutlichen, dass sie besonders im afrikanischen Filmschaffen vor und hinter der Kamera eine immer wichtigere Position einnehmen. Durch sie werden nicht mehr ausschließlich die Rollen und Probleme von Frauen im Alltag portraitiert, stattdessen wandert der Fokus hin zu Frauen im Widerstand gegen patriarchale Strukturen, Ungerechtigkeiten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen sowie auf Vorreiterinnen in Politik und Kultur.

Dieser Fokus stellt nicht zwingend einen Wandel im zeitgenössischen afrikanischen Kino dar, trotzdem gibt er die neueren Entwicklungen der Filmindustrie wieder. „Dazu gehören der sichtbare Dialog und die Zusammenarbeit verschiedener Generationen, eine größere Zahl von Plattformen und Orten zur Förderung der Arbeit und Ausdrucksformen von Frauen, sowie die möglicherweise unstrittigste Veränderung von allen: der Vormarsch neuer digitaler Technologien und des Internets.“, so Beti Ellerson, USA. Heutzutage werden in den Filmen hauptsächlich aktuelle Fragen zu den Themen Nationalität, Staatsbürgerschaft, Integration und Migration gestellt.

Alle Infos auf einen Blick:
14. Afrika Film Festival in Köln

  • Festivaltermin 15.-25.09.2016
  • Festivalzentrum: Filmforum im Museum Ludwig, Köln
  • 83 Filme aus 25 Ländern
  • Alle Genres (Feature / Documentary / Short / Animation / Visual Art)
  • Fokus: Sisters in African Cinema – mit Nachspielen in anderen Städten
  • 30 internationale Gäste
  • Publikumspreise
  • Live-Musik

Mehr Infos zum Programm gibt es auf www.filme-aus-afrika.de.