Kenias Oberster Gerichtshof hat vorläufig das Verbot des Filmes Rafiki aufgehoben, so dass sich kenianische Erwachsene ihn eine Woche lang ansehen können. Der Film war von Kenias Ausschuss für Film und Einstufung (Kenya’s Film and Classification Board (KFCB)) im April gesperrt worden, weil es um die Liebe zwischen zwei Frauen geht und der Film “lesbianism” anpreise. “The film has been restricted due to its homosexual theme and clear intent to promote lesbianism in Kenya contrary to the law,” so lautete die Erklärung des Ausschusses. Ausländische Sponsoren würden zu dem mit solchen Filmen nur versuchen, Homosexualität in Kenia einzuführen und zu normalisieren.

Die Regisseurin des Filmes Wanuri Kahiu sei gebeten worden, gleichgeschlechtliche Sexszenen, welche zu Beginn nicht zur Genehmigung eingereicht worden waren, zu entfernen. Sie weigerte sich.

Stattdessen reichte sie Anfang des Monats eine Klage ein und stellte damit die Zensur des Ausschusses in Frage. Ihre Anwälte argumentierten, dass ein Verbot des Filmes ihr verfassungsmäßiges Recht auf Rede- und Ausdrucksfreiheit als Künstler einschränke. Nach dem Beschluss des Gerichtes, postete sie eine emotionale Stellungnahme zu dem Thema: “Ich weine. In einem französischen Flughafen. SO froh! Unsere Verfassung ist STARK! Ein Dank an die Ausdrucksfreiheit! WIR HABEN ES GESCHAFFT! Wir werden bald über die Ausstrahlung in Nairobi posten. Folge @rafikimovie”

Die Entscheidung des Gerichts qualifiziert Rafiki für den Best Foreign Language Film bei den Academy Awards nächstes Jahr vorgeschlagen zu werden. Laut dessen Vorraussetzungen, muss der Film in dem Land, in dem er produziert wurde, sieben Tag am Stück zu sehen sein. Der Film ist also nun vom 23. bis 29. September in Kenias Hauptstadt Nairobi zu sehen.

Rafiki schrieb bereits im Mai Geschichte, als der erste kenianische Film, der bei den Film Festspielen in Cannes erstmalig aufgeführt wurde. Das Wort Rafiki bedeutet Freund in Swahili und erzählt die Geschichte einer Freundschaft und zärtlichen Liebe zwischen zwei jungen Frauen inmitten des familiären und politischen Drucks.

Kenia ist ein sehr konservatives Land, weshalb eine große Mehrheit der Menschen dort negativ gegenüber ihren LGBT Mitmenschen eingestellt sind. Kenias Strafgesetzbuch kriminalisiert sexuelle Kenntnisse gegen die Ordnung der Natur. Für jegliche homesexuellen Handlungen kann man bis zu 14 Jahre ins Gefängnis kommen.