Mit „Regenmacher“ chartete Megaloh erneut in die Top Ten der deutschen Albumcharts. Gefeiert von breiten Massen, von HipHop Heads für technische Finessen, in Berliner Clubs für seine Hits auf Youtube.
Geprägt ist „Regenmacher“ von einer Öffnung vom Privaten ins Politische. Besonders deutlich wird dies beim Hören von „Wohin“. Aus Sicht eines Flüchtenden erzählt Megaloh die Geschichte eines Migranten und thematisiert hier die konkreten Fragen und Probleme der Einwanderer. Dass seine Mutter selbst aufgrund des Biafrakriegs zur Flüchtenden wurde, spielt hier sicherlich eine Rolle.

„Es war mir wichtig, Position zu beziehen. Es hat mittlerweile ja jeder eine Meinung in dieser Frage. Aber die wenigsten beschäftigen sich ernsthaft damit. Ich bin überzeugt, dass noch viel mehr Leute insgeheim eine „Das Boot ist voll“-Einstellung mit sich herumtragen. Wenn sie aber wüssten, dass ihr Handys ohne afrikanisches Erz nicht klarkämen oder was mit all den Hühnerabfällen passiert, nachdem wir die Brust und die Schenkel für uns reserviert haben, würde sie sich sicher anders über viele Dinge denken und nicht zu leichtfertig abfällig über „Wirtschaftsflüchtlinge“ reden.“

Weiter bezieht sich Megaloh musikalisch auf seine spirituelle Heimat Afrika. Immer wieder arbeiteten Megaloh und sein musikalischer Wegbegleiter Ghanaian Stallion mit Samples aus Ghana und Nigeria. Darunter auch unveröffentlichte Aufnahmen von Tony Allen, mit welchem Megaloh schon in der Vergangenheit gearbeitet hatte.

„Der afrikanische Einfluss war mir sehr wichtig. Die Identitätsfrage hat schon meine Jugend sehr geprägt. Und als ich 2012 in Nigeria war, habe ich wieder eine sehr starke Verbundenheit gefühlt und viel Vertrautes wahrgenommen: Gerüche, Klänge, Stimmungen, aber auch Gefühle und Haltungen. Es hat sich mir plötzlich sehr viel erschlossen, obwohl ich nur so kurz da war. Deswegen wollte ich den Gedanken der Diaspora auf dem Album auch musikalisch umsetzen.“

Gedanken an das Leben in der Diaspora werden beim Hören der neusten Singleauskopplung „Oyoyo“ wohl am deutlichsten. Als Gäste hat sich Megaloh Afrikapower geholt – den aus Sierra Leone stammenden Reggae Künstler Patrice und Musa, der auf Pidgin-Englisch und Deutsch rappt. Die Hook wird von Chima Ede auf Igbo gesungen.

Zum Videodreh reiste er übrigens nach Uganda, wo er „Viva con Agua“ unterstützt. Die Organisation setzt sich für verbesserte sanitäre Anlagen und Zugang zu Trinkwasser in Entwicklungsländer ein.