Migration ist momentan in Deutschland ein heikles und weit diskutiertes Thema. Das Theaterstück „Ein Spiel namens Mut“ beschäftigt sich genau damit: Heimat und Identität sind zentrale Bestandteile des Stückes.

Ein junger Nigerianer namens Ochuko erklärt seiner Familie in seinem Heimatdorf, dass er sich auf die gefährliche Reise nach Europa begeben wird. Die Gedanken der Familie schwanken, zum Einen denken haben sie Angst und sind besorgt, zum Anderen schwärmen sie von dem Glück, das ihm dort widerfahren wird. Als Zuschauer begleitet man Ochuko Schritt für Schritt auf seiner Reise nach Europa in ein Land, das genauso anonym bleibt, wie ein Hafennest, ein Lager und ein Amt, die er passieren muss.

Autor und Regisseur des Stücks ist der nigerianische Schauspieler Michael Ojake, der selbst seit über 30 Jahren in Deutschland lebt. Für ihn ist sein Protagonist der „Repräsentant der migrantischen Gemeinschaft“. Ziel des Stücks soll es sein, „das Interesse für diesen einen anderen Menschen zu wecken“, da wir alle irgendwann mal Fremde, Besucher oder Migranten in unserem Leben waren, sind oder sein werden.

Die Uraufführung fand bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2018 statt. Vom 28. September bis zum 30. September wird es in der ufa-Fabrik in Berlin zu sehen sein.

 

Zum selben Thema hatten die Schüler vom Otto-Hahn-Gymnasium Ludwigsburg Anfang des Jahres im Rahmen ihres Schülerprojektes Migration: „Hoffnung Europa – Flüchtlinge aus Afrika“ ein Theaterstück aufgeführt. Die Musik, Gesamtleitung und Idee des Stücks war von Steve Bimamisa und seine Weltmusikband „Diversité“. Er selbst kam vor 17 Jahren als Flüchtling aus dem Kongo nach Deutschland.

Das Projekt „Hoffnung Europa – Flüchtlinge aus Afrika“ war eine Kooperation zwischen Bimsum Production, der Ludwigsburger Tanz- und Theaterwerkstatt und dem Otto-Hahn-Gymnasium. Dabei befassten sich die Schüler und Schülerinnen am Beispiel von bewegenden Einzelschicksalen mit Fluchtursachen, Fluchtwegen und deren Gefahren. Weitere Themen waren Asylverfahren, Probleme bei der Integration, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

In verschiedenen Workshops aus den Bereichen Musik, Gesang, Tanz, Kunst und Moderation wurden die Eindrücke und das Gelernte auf künstlerisch-kreative Art weiter vertieft und verarbeitet und mit der Aufführung des Theaters vollendet. Die Abschlussaufführung fand in der Reithalle im Kunstzentrum Karlskaserne „für Solidarität mit den Flüchtlingen und Toleranz in einer vielfältigen Gesellschaft“ statt.

 

Auch die Schüler des Carl-Orff-Gymnasiums Unterschleißheim und die Eersterivier Secondary School nahe Kapstadt hatten im Sommer das Theaterstück „Scenes of Migration“ ins Leben gerufen. In dem Theaterstück ging es ebenfalls um globale Abgründe und Fremdenhass, aber auch um die gemeinschaftliche Sorge um die Zukunft der Welt und das liebevolle Miteinanderumgehen in Tanz und Spiel.

Das Stück basiert auf Interviews junger Flüchtlinge zweier Kontinente und wurde gemeinsam von den Schülern und Schülerinnen beider Schulen erarbeitet. Nach der Erstaufführung am 27. Juni in der Haimhausener Kultur-Kneipe fanden noch einige Vorstellungen in München, Unterschleißheim, Haimhausen und Berlin statt.

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel und Theater e.V., der Dachverband für das Amateurtheater, das Spiel und Theater der Kinder und Jugendlichen in der Schule und im außerschulischen Bereich, für Theaterpädagogik in Theatern und kulturellen Zentren sowie in der Lehre an Universitäten und Hochschulen, hat auf seiner Homepage einige Stückempfehlungen zu den Themenbereichen Migration, multikulturelle Gesellschaft sowie interkultureller und interreligiöser Dialog zusammengefasst. Bei Interesse einfach mal reinschauen: https://www.bag-online.de/start.html?/migration/stuecke/.