Müll, wohin das Auge reicht. In manchen Straßen Kinshasas, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, erheben sich Berge von Abfall. Stinkend und zu nichts mehr zu gebrauchen, säumen die ungewollten Überreste des Alltags das Blickfeld. Alle Überreste? Nein, einige der Gegenstände sind alles andere als nutzlos geworden und liegen zu Unrecht auf der Deponie, findet Piscko Crane. Der Kongolese ist Musiker und Gründer der Gruppe Fulu Muziki, was übersetzt “Musik aus Müll” bedeutet. Die Künstler haben sich darauf spezialisiert, ihre eigenen Instrumente aus weggeworfenen Gegenständen zu basteln.

In diesem Kontext ist eine Müllkippe natürlich der perfekte Ort dafür. “Ich bin hiergekommen , weil ich nach Sachen für mögliche Musikinstrumente suche, aber ich will auch auf das Problem des Müll-Managements in dieser Stadt aufmerksam machen.” Seine Heimatstadt sei sehr dreckig geworden, meint Crane, deshalb versuche er, so gut es geht Dinge aus dem Abfall wiederzuverwenden. Das Fehlen einer angemessenen Abfallverwertung und Recycling-Möglichkeiten hat dazu geführt, dass die Stadt mit Plastiktüten und anderem Müll gesäumt ist. Allein täglich werden in Kinshasa über 9000 Tonnen Abfall produziert.

Mit ihrer Musik versuchen die Bandmitglieder, Aufmerksamkeit für die gefährliche Problematik zu generieren. Auch wenn sie keine konkreten Lösungen bieten können, ist das Projekt der Künstler in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung. “Mein Wunsch ist es, dass dieses Musikgenre weltweit bekannt wird und gleichzeitig der Blick auf die Wichtigkeit von Abfallversorgung gelenkt wird. Wir wollen einen guten Promoter finden, der uns hilft, die Botschaft durch unsere Musik zu verbreiten und auch, jungen Menschen den richtigen Umgang mit Recycling beizubringen.”

Für heute jedenfalls ist Piscko Crane fündig geworden: “Diese Flasche wird eine gutes Instrument für unsere Musik abgeben”, ist er sich sicher.