Lächelnd tanzt eine junge Frau im orangen Kleid durch die wunderschöne Landschaft Afrikas. Ein Kinderchor begleitet sie dabei. Sommerliche Beats und eine federleichte Komposition nehmen uns mit auf eine atemberaubende Reise auf den afrikanischen Kontinent, dessen Natur und in die Freiheit. 

Oonagh, die eigentlich Senta-Sofia Delliponti heißt, ist eine deutsche Künstlerin, die sich diesen Sommer nach einer längeren Baby-Pause wieder in die Musikszene zurückmeldet. Mit ihrem ganz besonderen Stil zwischen Ethno-Elementen und modernem Pop hat sich die weltoffene Künstlerin in die Herzen der Fans gesungen. Dadurch hat sie über 600 000 Alben verkauft und viele Auszeichnungen erhalten. Mit ihrem vierten Studioalbum schlägt sie eine andere musikalische Stilrichtung ein. Deswegen passt der Titel “Eine neue Zeit” auch wunderbar ins Bild.  

Die hauptsächliche Quelle für ihr neues Album, das am 9.8.2019 erschienen ist, erhält sie aus Elementen afrikanischer Musik. Warum entscheidet sich eine deutsche Künstlerin dazu, sich gerade von Musik aus Afrika inspirieren zu lassen?  

Oonagh hat nach mehrfachen Besuchen des Kontinents einen ganz besonders engen Bezug zur afrikanischen Kultur. Vor allem der letztjährige Besuch eines Festivals vor Ort und das Zusammentreffen mit der afrikanischen Band Sauti Sol inspirierte sie zu neuen Songs. Daraufhin schrieb sie diese zusammen mit afrikanischen Künstlern in Johannesburg, dem Hotspot der afrikanischen Musikszene. „Ich liebe diese gigantische Vielfalt der Kulturen“, sagt die Sängerin, „und diese besonderen Beats und Harmonien. Wenn man Musik aus Afrika hört, will man sofort tanzen. Man ist losgelöst und frei, und das war genau das richtige Gefühl für meine musikalische Neuausrichtung.“

Ihre neue Single „Kuliko Jana – Eine neue Zeit“, deren Refrain in der Sprache der Suaheli ist, beschreibt dieses Gefühl perfekt. Für ihre Single drehte sie Videoaufnahmen im Nairobi-Nationalpark und arbeitete mit einem Kinderchor aus Kenia zusammen. Dieser wurde von dem Verein One Fine Day gegründet, mit dem das Ehepaar Marie Steinmann-Tykwer und Tom Tykwer afrikanischen Kindern eine künstlerische Ausbildung ermöglichen.  

Eine weitere sehr spannende Zusammenarbeit ergab sich mit dem südafrikanischen Duo Mafikizolo, bestehend aus der Sängerin Nhlanhla Nciza und dem Sänger Theo Kgosinkwe. Die beiden hatten mit ihrer Kombination von afrikanischer Musik und modernen Beats in ihrem Heimatland großen Erfolg. Drei großartige Stimmen zeigen uns in dem Song Wala Ku Hukumu – Begegnen wir uns neu“, dass eine Begegnung zwischen zwei Kontinenten entspannt, aufregend und erfrischend ist.  

Mafikizolo arbeitete sowieso bereits öfter mit Künstlern aus anderen Ländern, auch oft mit Deutschen zusammen und bahnt sich so langsam auch einen Weg in die internationale Musikszene. Auf ihrem neuen, ebenfalls dieses Jahr erschienenen Album “African Legends” wird das Gesangsduo von dem jungen Rapper Horst Wegener und der Künstlerin Joy Denalane, die auf deutsch und Zulu singt, gefeatured. Trotz der vielen deutschen Features bleibt der Stil von Mafikizolo stets deutlich zu erkennen. Durch die Zusammenarbeit mit deutschen Künstlern soll eine Begegnung zweier verschiedener Musikwelten auf gleichem Level geschaffen werden.

“Südafrikas Musikszene ist unglaublich spannend. Vor allem durch das Internet hat sich viel verändert. Früher war der wichtigste Einfluss die Musik aus den USA und Europa. Das hat sich in den letzten fünf Jahren drastisch geändert. Jetzt kommen unsere Einflüsse aus Afrika. Und das ist eine gute Entwicklung. Jetzt lernen die Menschen weltweit unsere Kultur kennen, unsere Mode und unsere Musik”, sagt Nhlanhla Nciza selbstbewusst. Beide Alben zeigen uns, dass eine Verbindung von deutscher und afrikanischer Musik eine ganz besondere ist, und sind auf jeden Fall hörenswert.