Prinz William reiste Anfang des Monats eine Woche lang alleine durch Afrika – ohne Ehefrau Kate und seine zwei Kinder – und besuchte Namibia, Tansania und Kenia. Hintergrund der Reise war eine Konferenz der britischen Regierung über den illegalen Handel mit Wildtieren knapp zwei Wochen später in London.

Prinz William ist selber Schirmherr mehrerer Tierschutzorganisationen und will sich unbedingt für Wildtiere in Afrika einsetzen. Jedes Jahr jagen und töten Wilderer immer noch tausende Nashörner und Elefanten, um das Elfenbein in Asien zu verkaufen. Natürlich sind auch andere Tiere von der Wilderei betroffen.

Seinen ersten Halt machte er in Namibia – der Staat im Südwesten Afrikas, der sich die Atlantikküste entlang zieht, erreichte am 21. März 1990 seine Unabhängigkeit und wurde der 50. Commonwealth Staat. Prinz William traf sich dort mit Vertretern von Queens Young Leaders und Commonwealth um über Umweltschutz zu sprechen.

Direkt am Morgen darauf machte er sich schon um 5 Uhr morgens mit einem Team von Nashorn Aufspürern, “Rhino Trackers“, an dem Fluss Kunene auf den Weg, um Nashörner zu finden: Nach fünf Stunden hatten sie endlich eins aufgespürt – und dazu noch einige andere Tiere, wie zum Beispiel Elefanten, Giraffen und Gazellen. Auf Twitter schrieb Prinz William: “Ich war erstaunt über die Schönheit und Abgeschiedenheit dieser unglaublichen Landschaft. Und ich bewunderte die Hingabe der Ranger, die die einzigartige Population von Wüstennashörnern vor Wilderern schützen.” Er erhielt eine liebevolle Begrüßung mit Gesang und Tanz, bevor er die Leute traf, die die Kunene People’s Park Initiative zu einem Erfolg machten. Die Initiative versucht namibischen Gemeinden mehr Kontrolle und Nutzen von ihren Wildtieren zu geben und wird dabei von der Organisation Tusk unterstützt.  Auch die Projekte Save the Rhino Trust Namibia und Integrated Rural Development and Nature Conservation (IRDNC) in der Kunene Region werden von Tusk gefördert.

In Tansania traf Prinz William nicht nur Menschen, die für den Umweltschutz arbeiten und sich gegen die Wilderei einsetzen, sondern wurde auch von Präsident John Magufuli persönlich empfangen. Im Hafen von Dar es Salaam, einer bedeutsamen Stadt und Handelshafen an der Küste des Indischen Ozeans, begegnete der den Herausforderungen, mit denen die Hafenbetriebe bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Wildtieren konfrontiert sind. Dort traf er auch den Präsidenten von United for Wildlife und konnte dabei zu gucken, wie The United Nations Office on Drugs and Crime daran arbeitet, den illegalen Export von Wildtieren und Tierprodukten wie Elfenbein und Nashornhorn zu stoppen. Prinz William traf sich außerdem mit Krissie Clarke von PAMS Foundation – eine Organisation, die sich auf nachrichtendienstliche Untersuchungen zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Wildtieren konzentriert und den Menschen vor Ort hilft, die Tierwelt zu schützen.

Er besuchte auch den Mkomazi Nationalpark, um sich weitere prachtvolle Tiere anzusehen und mehr über die Naturschutzbemühungen an der Frontlinie des tansanischen Nationalparks zu erfahren. Während seines Besuchs im Nashorn Sanctuary schloss sich Prinz William außerdem dem Team von Mkomazi an, um einen Sicherheitszaun zu ersetzen.

Er besuchte zudem die Bildungsinitiative von Mkomazi in Rafiki Wa Faru, wo Kinder aus 14 lokalen Dörfern alles über Nashörner und andere Wildtiere lernen. Dieses Programm ist eins von vielen weiteren Projekten von Save the Rhino in Tansania, Namibia, Kenia, Sambia, Simbabwe und Südafrika.

Prinz William stattete auch dem College of African Wildlife Management einen Besuch ab, um zu sehen, wie die Studenten lernen, die Herausforderungen der Nachhaltigkeit von Wildtieren in Afrika anzugehen. Die neuste SMART-Technologie erlaubt es den zukünftigen Rangern, das Verhalten von Wildtieren und Wilderern zu verfolgen und besser ausgerüstet sein, um Wilderei zu bekämpfen und Wildtiere zu schützen. Ranger, Wildlife Manager und die lokale Gemeinschaft arbeiten zusammen, um die Spuren von Wilderern aufzuspüren und sie zu stoppen.

Die letzte Station seiner mehrtägigen Reise war Kenia, wo er sich mit Präsident Uhuru Kenyatta in Nairobi traf und über Artenschutz redete. In dem kenianischen Dorf Kinamba spielte er mit Kindern aus einem lokalen Verein Fußball und schenkte ihnen Trikots seines Lieblingsvereins Aston Villa und Fußbälle – als Teil des BATUK Community Projektes in Kenia. Die British Army Training Unit Kenya (BATUK) ist ein britisches Trainingszentrum vor Ort.

Letzte Woche Mittwoch erst erlebten die Wildhüter in Kenia wieder einen traurigen Rückschlag: der 51-jährige Ranger William Hofmeyr wurde bei einer Routinekontrolle Opfer eines Angriffs durch einen Wilderer – der Angreifer schoss einen Pfeil auf ihn.

Hofmeyr entdeckte unter einem Baum einen schlafenden Massai und wollte ihn wecken, um ihn vor einem Rudel Löwen ganz in der Nähe zu warnen, als ihn auf einmal ein Pfeil im Gesicht traf und seine Wange durchbohrte. Trotz höllischer Schmerzen sprang er kurzerhand in seinen Jeep und verfolgte seinen Angreifer. Doch selbst nach einer Stunde Jagd konnte er den Wilderer leider nicht zur Strecke bringen. Als er schließlich doch in eine Klinik ging und das Personal vergeblich versuchte, den Pfeil zu entfernen, war Hofmeyr so genervt, dass er ihn schließlich selbst heraus zog. Eine Krankenschwester desinfizierte schließlich die Wunde, genäht werden musste sie nicht.

Das war bereits der zweite Angriff auf Hofmeyr. Er vermutet, dass eine Art “Kopfgeld” auf ihn und seine Kollegen ausgesetzt worden sei. Aufgeben kommt für ihn aber auf keinen Fall in Frage, dafür lägen ihm die Tiere zu sehr am Herzen und außerdem will er seinen Angreifer irgendwann noch erwischen.