Wir kreisen die Hüften zur Musik beim Kochen, schwingen das Tanzbein in der Disco, auf der Party unserer Freunde, heimlich zu Hause im Zimmer. Wenn die Gefühle einen übermannen und die Worte versagen, dann verlassen wir uns darauf, dass wir uns zumindest mit unserem Körper ausdrücken können. In Afrika hat der Tanz einen besonderen Stellenwert, da er viele soziale Funktionen übernimmt und die geteilten Werte oder die Beziehung der Menschen untereinander ausdrückt.

Sprung by lynnx10 via Pixabay

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Anders als im Westen sind Paartänze weniger üblich als Gruppentänze, die viele verschiedene Formen haben. So können sie nach Geschlecht und Alter geteilt sein, oder aber jede Altersgruppe nimmt gemeinsam am Tanz teil. Dabei werden polyrhythmische Bewegungen gemacht, das heißt, einzelne Körperteile werden isoliert und von einzelnen Teilen des Rhythmus gesteuert. Hinzu kommen Tritte und Sprünge zu den weit ausholenden Schwingungen der Arme.

Der Rhythmus afrikanischer Tänze besteht aus vielen Ebenen, die sich in einem Wechsel aus Überlagerung und Trennung zu einer Einheit finden. Diese vielschichtigen Trommelschläge, die den Rhythmus des Tanzes vorgeben und die Stimmung der Situation einfangen, sind ein besonderes Charakteristikum für afrikanische Tänze. Für den Beat müssen allerdings nicht nur Trommeln benutzt werden, auch Percussionsinstrumente aus Steinen und Schalen werden benutzt. Zusammen bilden sie die am weitesten entwickelte musikalische Kunstform. Ein Instrument, das weder gezupft, gestrichen, geschlagen oder in das hineingeblasen wird, weil es weder gesehen noch angefasst werden kann, ist die menschliche Stimme. Sie begleitet den Tanz und leitet den Körper an, sich auf untergleiche Weise zu verdrehen und zu winden.

Mini Djembe by Paul Zoetemeijer via Unsplash

Mini Djembe by Paul Zoetemeijer via Unsplash

Der afrikanische Tanz ist eine Kunst, die als eine Faser der Essenz Afrikas noch immer lebendig ist und sich sogar weit über die Grenzen des afrikanischen Kontinents ausgebreitet hat. Besonders die afrikanische Diaspora in den USA und in Kanada haben ihre Traditionen nicht vergessen. Deshalb wurde die KanKouran West African Dance Company gegründet, die sich dazu verschreibt, Verständnis und Vergnügen von afrikanischen Tänzen zu teilen, damit sie weiterhin ein weltweites Publikum begeistern können.