Die Anzahl der selbstständigen Unternehmer mit Migrationshintergrund ist in Deutschland stark angestiegen. Dabei denkt man meist direkt an Dönerläden oder chinesische Restaurants mit Mindestlohn und arbeitsintensiven Tätigkeiten. Doch eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt genau das Gegenteil. Die Wirtschaft Deutschlands wird nicht nur durch Unternehmensgründungen angekurbelt, sondern auch durch die steigende Anzahl an Arbeitsplätzen.
Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung Aart de Geus sagte: „Wir möchten mit unserer Studie beweisen, dass die Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland niemandem Arbeit wegnehmen, sondern genau das Gegenteil bewirken: sie sind ein Jobmotor für Deutschland.“
Laut der Bertelsmann Studie ist die Anzahl der Arbeitsstellen durch Unternehmen von Migranten zwischen 2005 und 2014 von 947.000 auf 1,3 Millionen (37%) gestiegen. Eine bemerkenswerte Steigerung, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von 2005 bis 2015 nur um 9% gestiegen ist. Die bestehende klischeehafte Vorstellung, dass es sich bei den Unternehmen nur um Restaurants und Kioske handelt, wird ebenfalls von der Studie negiert. Die Unternehmen der Migranten sind sehr vielfältig. Nur 28% der Unternehmen sind im Handel und Gastgewerbe angesiedelt. Viele Migranten haben sich sehr gut eingelebt und bauen sich ihre eigenen Unternehmen in vielen anderen Sektoren auf, wie z.B 26% in öffentlichen und privaten Dienstleistungen oder 20% im produzierenden Gewerbe.
Ein wichtiger Unterschied der Unternehmen von Migranten ist, dass die Angestellten bis zu 30% weniger Lohn erhalten. Trotz dieser Nachteile sorgen diese Unternehmen für einen weiteren Schwung in der deutschen Wirtschaft.