Die Geschichte wiederholt sich. Oder noch besser gesagt: die Fotografie wiederholt sich. Der Fotograf Stuart Franklin ist nach Afrika gereist, um die Schritte von George Rodger durch die nordafrikanische Wüste zu wiederholen. Der Grund? Die Fotoagentur Magnum feiert dessen 70. Geburtstag und stellt das Projekt “Magnum Retold” vor, in dem die heutigen Angestellten die Spuren der Agentursgründer verfolgen, um sich davon zu inspirieren. Das Projekt hat Franklin “Temples of Stone” (Tempel aus Stein) genannt.

Die Fotografien von Franklin präsentieren naturbelassene Landschaften. Nicht vieles hat sich seit der Reise seines Vorgängers verändert. In einem Statement darüber sagt der Fotograf, dass eine seltsame Verlangsamung der zeitlichen Prozesse in manchen Teilen der Wüste existiert. Die vier Gründer von Magnum haben die Welt geteilt, sodass jeder von ihnen einen eigenen Weg folgen könnte. Für George Rodger hieß das: Afrika. In einem Interview über das Projekt hat Stuart Franklin mitgeteilt, dass für ihn besonders Nordafrika von den Reisezielen Rodgers von Interesse war, da dieses Gebiet vieles über den Charakter von dem Vorgänger sagt, über seine Unruhe, seine Neugier und seine Suche nach Verständnis, wie die afrikanische Natur und Gesellschaft funktioniert haben. Auf der Frage warum man solche unsterblichen Objekte fotografieren sollte, wenn viele Sachen nur temporär existieren, antwortet der Fotograf: “Fotografie – Abbildungen helfen uns manchmal zu verstehen, was in mehreren Teilen der Welt passiert, wenn es in Form von Text schwierig zu beschreiben ist”.

Ein interessanter Teil des Projekts sind die Bilder, die Franklin von dem Winston-Churchill-Suite aufgenommen hat. Davon kann man den Nile mit traditionellen Booten sowie den Mausoleum von Aga Khan beobachten.

Das Projekt Franklins zeigt, wie die von Menschen unberührte Natur vieles überleben kann. Es stellt in Frage das Konzept über die Linearität der Zeit und den immer fortlaufenden Progress.

Im Moment befinden sich die Bilder in London, wo die Ausstellung bis 16.02. besichtigt werden kann.