By Dave Butler [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/) via flickr

Die Nationalparks in Kenia sind einige der letzten Naturparadiese der Erde, umso wichtiger ist es, die endlosen Savannen mit ihren unzähligen Tieren zu schützen. Jährlich wandern von September bis November mehr als eine Million Gnus, Zebras, Gazellen, Antilopen und viele andere Tiere über die Grenze von Tansania nach Kenia. Die große Tierwanderung zieht leider nicht nur Touristen, sondern auch Wilderer an.

By stevepb (CC0 Creative Commons) via pixarbay

Die Wilderer fangen die Tiere mit Schlingen ein oder treiben sie in Täler, wo sie sie mit Macheten töten. Ihr Fleisch wird dann nach Uganda und Ruanda exportiert. In vielen Fällen haben es Wilderer aber auch auf das Elfenbein der Elefanten abgesehen, das vor allem in China reißenden Absatz findet. Zurzeit werden in Afrika jährlich etwa 35000 Elefanten getötet, das entspricht 10% der aktuellen Population – geht das Abschlachten so weiter wie jetzt, wird es innerhalb der nächsten 15 Jahre in Afrika keine freilebenden Elefanten mehr geben, schätzen Experten. Aber auch illegaler Handel mit Löwen, Nashörnern und anderen Wildtieren ist keine Seltenheit.

 

By Marcel Oosterwijk [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)] via flickr

Seit einigen Jahren werden Spürhunde ausgebildet um die Wilderer in der Savanne im Südwesten Kenias aufzuspüren: Asuka Takita ist eine Tierärztin bei der Non-Profit-Organisation Mara Conservancy in dem 1510km² großen Naturschutzgebiet Masai Mara, welches nördlich direkt an den Serengeti-Nationalpark in Tansania anschließt. Es ist Kenias tierreichstes Reservat, sowohl auf die Anzahl der Arten als auch auf die der Einzeltiere bezogen. Asuka Takita erklärte, dass sie insgesamt in den letzten 18 Jahren an die 4000 Wilderer entdeckt hätten, „ohne sie hätten tausende Tiere nicht überlebt“. Ironischerweise dürfen aber nur Tierärzte, welche von der Regierung angestellt sind, Wildtieren behandeln, weshalb sich die 41-jährige ihre Zeit unter anderem der Arbeit mit den Spürhunden widmet.

By Adam Dimmick [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)] via flickr

Angefangen habe sie mit einem Impfprogramm für lokale Hunde im Mara, welches von ihren Assistenten weiterhin fortgesetzt wird: über 8000 Hunde werden jährlich gegen Tollwut und Hundestaupe geimpft, welche die Hauptkrankheiten in der Nähe des Reservats sind und sich beispielsweise auf Löwen übertragen können.

 

 

By mr_niceshoot (CC0 Creative Commons) via pixabay

 

Die Spürhundarbeit hat dort 2008 ihre Arbeit aufgenommen, bis 2017 konnten allein durch dieses Projekt um die 150 Wilderer aufgespürt werden. Damals verfügten sie gerademal über zwei Hunde – Asuka Takati hatte versucht, mehrere Menschen weltweit, die Erfahrung mit Spürhunden hatten, über das Internet zu kontaktieren, ohne Erfolg. Lediglich eine Frau aus den USA antwortete ihr: Linda Porter. Sie arbeitete bereits seit über 40 Jahren zusammen mit ihrem Ehemann mit Hunden und willigte ein, Takati in ihrem Projekt zu helfen. Das Ehepaar bekam Geld, um zwei Welpen zu kaufen und trainierte sie schließlich ein halbes Jahr kostenlos, bis sie mit ihnen nach Kenia reisten und sich dort mit Takati trafen. Die Hunde waren zwar für ihre Heimatstadt gut trainiert, kamen aber mit den afrikanischen Eindrücken und Gerüchen wie denen eines Elefanten, Löwen oder Leopard überhaupt nicht zurecht. Von da an war klar, dass im Mara eigene Hunde gezüchtet und trainiert werden mussten.

 

https://i1.wp.com/nomadmagazine.co/wp-content/uploads/2017/08/vet-life.jpg?w=720&ssl=1 (© ASUKA TAKITA)

Inzwischen besteht die Hundeeinheit aus mehreren Spürhunden, die Wilderer aufspüren, aus Erkennungshunden, die auf das Erschnüffeln von Elfenbein und Waffen trainiert sind, und natürlich deren Betreuern. Die Ranger waren anfangs überhaupt nicht von den Hunden begeistert, weil sie dachten, sie würden ihnen die Jobs wegnehmen. Seit ihnen bewusst ist, dass die Hunde eine hilfreiche “Waffe” zur Bekämpfung der Wilderei ist, arbeiten sie begeistert mit ihnen zusammen.

 

Am meisten Spaß macht Takati das Arbeiten mit den Spürhunden, weil sie auf der Suche nach den Wilderern mit ihnen durch die Wildnis laufen kann: diese Aufspürarbeit setzt „pures Adrenalin“ frei, weil man nie weiß, was einen erwartet, seien es Tiere oder Wilderer. Die Arbeit “im Busch” bedeutet viel Arbeit Tag und Nacht, oft weiß Takati nicht mal, welcher Tag oder welche Uhrzeit es ist. Sie sagt selbst, wenn sie mal nicht in dem Reservat ist, um eine Pause zu machen, vermisst sie Masai Mara und will zurück.

 

By Tal Atlas [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)] via flickr

2012 gründete Takita zusammen mit Airi Yamawaki die Tears of the African Elephant, eine Non-Profit-Organisation – sie beide sind Japanerinnen, die beide eine lange Zeit in Afrika gelebt und sich zum Ziel gesetzt haben, das Wildleben dort zu retten und unsere Nachfahren weiterhin zugänglich zu machen.

Neben der Hundeeinheit unterstützt Tears of the Elephant noch weitere Projekte, wie ein Imkerei-Projekt, das No Ivory Generation-Projekt, das “Fangless Elephant Rema” Bilderbuchprojekt oder ein Nashornprojekt, für die sie natürlich auch auf finanzielle Unterstützung in Form von Spenden angewiesen sind.

By Ray in Manila [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)] via flickr

Die verbesserte Sicherheitslage kommt nicht nur den Tieren, sondern auch den Touristen zu Gute: früher wurden regelmäßig Ausländer ausgeraubt, heute arbeiten die Parkschützer mit den Dorfbewohnern zusammen und die Straftaten sind stark zurückgegangen. Tourismus ist sehr wichtig für die afrikanischen Nationalparks, um die für den Tierschutz verantwortlichen Ranger weiter bezahlen zu können.