Tony Allen gilt als einer der einflussreichsten und bedeutendsten Musiker Afrikas. Den Status als bester Schlagzeuger des Kontinents hat er sich dabei schon lange gesichert. Allen vereint auf einzigartige Weise Highlife, Soul/Funk, Jazz und traditionelle nigerianische Trommelkunst. Zusammen mit Fela Kuti gilt er als der Erfinder des Afrobeats, womit sie vor allem in den 1960er und 1970er Jahren weltweit bekannt wurden. Allen wird im Rahmen seiner Tour im Mai 2016 auch für vier Konzerte Halt in Deutschland machen! Grund genug, auf seine große Karriere zurückzublicken.

Mit 18 Jahren ging es los

Tony Oladipo Allen ist mittlerweile 75 Jahre alt und hat schon eine bewegte Karriere hinter sich. Im Alter von 18 Jahren begann er, während seiner Arbeit bei einem nigerianischen Radiosender, sich selbst das Schlagzeugspielen beizubringen. Inspiriert wurde er vom Musikgeschmack seines Vaters, sowie von amerikanischem Jazz und der Highlife-Szene in Nigeria und Ghana. Durch das Studieren verschiedenster bekannter Schlagzeuggrößen aus den USA und Afrika, versuchte er seinen eigenen Stil zu generieren. In der Folge war er bei den „Cool Cats“, „Agu Norris and the Heatwaves“, „Nigerian Messengers“ und den „Melody Makers“ aktiv. Im Jahr 1964 trat Tony Allen der Highlife-Jazz-Band „Koola Lobitos“ von Fela Kuti bei. Dieser war absolut begeistert von den Künsten des damals 24-jährigen, der so gut wie kein anderer die Stile des Jazz und Highlife miteinander verschmelzen ließ. Im Jahr 1969 benannte sich die Band in „Africa ’70“ um und ging auf große US-Tournee. Innerhalb dieser Tour entwickelte sich ein neuer Stil afrikanischer Musik. Ein Mix aus Jazz und Highlife mit den Rhythmen der Yoruba, einem westafrikanischen Volk. Die Zusammenführung der Stile war Allens Werk: der sogenannte „Afrobeat“.

Die weitere Zusammenarbeit war sehr erfolgreich und es entstanden über die Jahre mehr als 30 Alben. Nachdem es jedoch in den später 1970er Jahren zu Zerwürfnissen innerhalb von „Africa ’70“ kam, verließ Allen gemeinsam mit weiteren Musikern die Formation. Nachdem er 1984 nach Europa auswanderte, arbeitete er vorwiegend in Paris als Studiodrummer mit anderen afrikanischen Musikern. Erst im Jahr 1998 folgten wieder Soloalben. Eine weitere von ihm kreierte Musikrichtung war dann in der Folge der sogenannte „Afrofunk“, welcher den Afrobeat um Electronica, Dub und Hip-Hop erweiterte.

Im Jahr 2006 kehrte er jedoch zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und nahm wieder Afrobeat-Alben auf. Diese Rückkehr begleitete das Live-Album mit der Band „Lagos No Shaking“. Sein bisher letztes Album „Film of Life“ erschien 2014.