Können Sie uns etwas über ihr Leben und darüber, was Sie bisher gemacht haben, erzählen?

Ich bin professioneller Künstler und wurde 1964 in Lomé geboren. Die Idee Maler zu werden entwickelte sich bereits in meiner Kindheit, in der Grundschule gewann ich viele Preise. Später erhielt ich bei einem vom lokalen Radiosender in Lomé organsierten Wettbewerb einen weiteren Preis. Nachdem ich mein Studium beendet hatte, verbrachte ich viereinhalb Jahre im Atelier eines togolesischen Künstlers namens Dabla.

In den Jahren 1992 und 1994 wurden einige meiner Gemälde bei der internationalen Eröffnung des Louis Cornu Museums in Frankreich ausgestellt. Des Weiteren fanden zahlreiche Ausstellungen meiner Werke in Thüringen statt.

 

Wovon handeln Ihre Gemälde? Erzählen sie beispielsweise eine Geschichte oder zeigen sie eine Landschaft?

Meine Gemälde zeigen das Leben verschiedener Menschen, die Liebe und das kulturelle Leben: Das Festival des panafrikanischen Kinos, Fotografie, Tanz, niederländische Kleidung aus Wax. Die Geschichten, die durch die Gemälde zum Ausdruck kommen, handeln von der Entstehung afrikanischer Kunst, z.B. thematisieren sie Tanz, Musik, traditionellen Gesang und vieles mehr.

 

Wer oder was ist Ihre Inspirationsquelle? Haben Sie Lieblingsmaler?

Bevor ich mit meiner Arbeit beginne, recherchiere ich erstmal, um ein interessantes Thema zu finden. Es gibt zwei Arten von neuen Ideen, die ich bevorzuge: repräsentative und nicht-repräsentative Abstraktion. Mich inspirieren der kulturelle Ausdruck Afrikas und das Leben der Menschen. Mein Lieblingsmaler in Frankreich ist Toulouse Lautreque und in Deutschland ist es Hans Hartung.

 

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, Togo zu verlassen und nach Deutschland zu gehen?

Aufgrund der mächtigen Diktatur in Togo. Seit Oktober 1990 wurde das Land ein wenig demokratischer und als Folge entwickelten sich viele Kontroversen und Konflikte, welche die demokratischen Ansätze wieder zerstörten. Sowohl das Wachstum des gesellschaftspolitischen, als auch des wirtschaftlichen und kulturellen Sektors wurde abgeschwächt. Das Land befand sich im Stillstand, deshalb habe ich mich dazu entschlossen, zu gehen.

 

Weshalb haben Sie sich dazu entschlossen, weiterhin in diesem schwierigen Bereich der Kunst tätig zu sein?

Genau genommen sind der Kunstbereich und die Malerei nicht so schwierig wie es zunächst scheint. Die Künstler wissen allerdings nicht, wie sie ihre Bekanntheit steigern und auf ihr Werk aufmerksam machen sollen. In Afrika hingegen werden diplomatische Institutionen, Konzernchefs, die Regierung und Händler zu den Vernissagen eingeladen, die einer großen Party gleichen. Der Galerist sollte seinen direkten Kunden, den Künstler, gezielt der Öffentlichkeit präsentieren. Doch das Gegenteil ist der Fall: die Galerie bereitet dem Künstler eine Menge Probleme.

 

Welche Schwierigkeiten sind Ihnen begegnet?

Die afrikanische Kunst ist in verschiedenen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Belgien und England vertreten, doch es gibt auch überall Menschen, die voreingenommen sind und die afrikanische Malerei nicht kennenlernen wollen. Die frühere deutsche Teilung durch die Berliner Mauer verursacht auch in der heutigen Zeit noch Probleme. In Thüringen beispielsweise herrscht immer noch das Gedankengut zu Zeiten der Berliner Mauer vor, sogar die Gemeinschaft der Künstler ist sehr negativ eingestellt. Mit diesem Gedankengut meine ich, dass sich bisher nichts verändert hat, die Diskriminierung tritt durch die Behörden zum Vorschein. Das System ist so aufgebaut, dass es Menschen afrikanischer Herkunft ausschließt. Aus diesem Grund zogen viele Afrikaner in größere Städte mit viel offeneren Menschen. Im Osten Deutschlands hielt ich mich eher im Hintergrund, denn die Leute gehen bei Afro-Afrikanern auf Abstand. Im westlichen Deutschland sind die Menschen sehr viel offener.

AFRIKA! #15