Aus Äthiopien kommt großartige Musik. Diese Tatsache haben längst alle begriffen, die Funk mögen, Jazz lieben, auf stark rhythmisierte Musik stehen, ursprünglichen Sound mögen oder hören wollen, wie riesige Formationen in unglaublicher Präzision improvisierte Musik machen. Ein Mann, der wie nur wenige für den Sound dieses Landes stehen, ist Mulatu Astatke. Bekannt geworden ist er unter der Bezeichnung “Vater des Ethiojazz”. Aber was bedeutet das schon in einer Musikszene, die stets das gemeinschaftliche Erlebnis ins Zentrum stellt, in der mit den Musikern aus dem Nachbarstädtchen genauso unbefangen gespielt wird wie mit Stars aus England oder den USA oder berühmten Sängern aus Nigeria. Sicher ist, dass der Mann, der dieses Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, tatsächlich einer der einflussreichsten Musiker seines Landes ist. Er spielte in seiner Heimat ebenso wie in London oder New York und war der erste Afrikaner, der am renommierten Berklee College of Music in Boston studierte – wo er wiederum im Jahr 2012 eine Ehrendoktorwürde verliehen bekam. Er spezialisierte sich auf das Vibraphon, ohne die anderen Instrumente, die er beherrscht, zu vernachlässigen, verschmolz Jazz, lateinamerikanische Stile und traditionelle äthiopische Musik zu einem treibenden Gebräu und brachte Duke Ellington dazu in seiner Heimat mit ihm auf Tour zu gehen. HipHopper wie Nas, Damian Marley, Kanye West oder Cut Chemist sampelten seine Tracks, weil die charakteristischen Beats sich dafür geradezu anbieten. Er spielte mit allen Größen und stand auf allen Bühnen der Welt und hat mit „The Yared Opera“ sogar eine Oper komponiert. Mulatu Astatke ist, das darf man mit Fug und Recht behaupten, eine lebende Legende. Darum ist sein Auftritt am 22. April im Hamburger Mojo Club ein Pflichttermin. Hier gibt es dir Tickets.