Vor etwa 1 Woche haben wir euch Victor Olivier Tene vorgestellt. Dieser stammt aus Kamerun und hat uns in einem Interview exklusiv etwas über sein Leben erzählt. Nun möchten wir euch Einblicke in die Struktur der studentischen Vereinigung VAS HS-OWL e.V. geben, in welcher Herr Tene engagierter Projektleiter ist.

 

1. Beschreiben Sie ihre Organisation. Welche Vision steht dahinter?

Der VAS HS-OWL e.V. ist en Verein der afrikanischen Studierenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo. Wir als Organisation befassen uns mit Themen wie Integration, Bildung, Forschung und Entwicklung mit dem Schwerpunkt Afrika. Momentan zählen wir um die 50 Mitglieder. Unser Ziel ist es einen Beitrag zur Unterstützung der Menschen in Afrika zu leisten. Für mich persönlich resultiert dies aus der Tatsache, dass ich selbst aus Kamerun komme und die dort vorherrschende Situation sehr gut kenne. Ich weiß demnach genau wo möglicherweise ungenutztes Potential liegen könnte und wie genau man dieses ausnutzen kann. Wir unterstützen jedes Land individuell, denn jedes Land hat unterschiedliche Bedürfnisse.

 

2. Wie lange gibt es die Organisation schon?

Den VAS HS-OWL e.V. gibt es bereits seit 2010, jedoch wurde der Verein erst im Jahr 2012 im Register eingetragen. Ich persönlich war zu diesem Zeitpunkt zunächst Mitarbeiter und konnte sehr viele wertvolle Einblicke in die Struktur einer Organisation erhalten.

 

3. Wie ist die Organisation entstanden?

Der damalige Gründer wollte einer Veränderung in den afrikanischen Ländern vorantreiben. Diese Veränderung sollte mit Hilfe seines vorhandenen Wissens angetrieben werden, welches er an die anderen Menschen weitergeben wollte, um diesen in schweren Situationen zu helfen.

 

4. Geben Sie uns doch einen kurzen Einblick in Ihre aktuellen Projekte

Ich setze mich persönlich momentan für ein Projekt ein, das ab 2018 starten soll. Das Projekt ist für kamerunische Migranten aus Deutschland angedacht, die in ihr Heimatland abgeschoben werden oder auch freiwillig zurück gehen, da Sie hier in Deutschland keine Perspektive mehr sehen. Ebenso sollen Menschen aus Kamerun unterstützt werden, wenn sie keine Perspektive mehr in ihrem Leben sehen, weil Arbeit und finanzielle Mittel fehlen.
Durch das Projekt sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden und den Menschen soll die Möglichkeit gegeben werden sich eine bessere Existenz in Kamerun aufzubauen. Die Landwirtschaft vor Ort ist hierfür eine optimale Basis, da viele Rohstoffe produziert werden können und sich daraus hohe Gewinne erwirtschaften lassen. Der Gewinn, der dadurch erwirtschaftet wird, soll Kindern und Jugendlichen in Kamerun zu Gute kommen.

Photo by Bailey Torres on Unsplash

 

5. Dieses Projekt ist sehr inspirierend. Wie kommt ihr Projekt direkt in Afrika an?

Wir haben eine sehr positive Resonanz bezüglich unserer Projekte direkt vor Ort. Ein Teil wird dazu auch durch unsere Vernetzung mit den Universitäten vor Ort beigetragen. Dadurch kann ständiger Kontakt zu den Menschen in Afrika gehalten werden und wir erfahren sofort, ob etwas theoretisch geplantes, gut in der Praxis ankommt.
Durch meine Wurzeln in Kamerun halten wir primär Kontakt zu den Studenten und Organisationen in Kamerun. Man kann folglich sagen, dass wir keine alleinstehende Organisation sind, vielmehr stehen wir in Verbindung mit den Menschen aus Afrika und beziehen auch ihre Ideen in unsere Projekte ein.

 

6. Nun kommen wir auch schon zu meiner letzten Frage: Wo stehen Sie heute, haben Sie Ihre Ziele verwirklichen können, die Sie sich anfangs gesetzt haben?

Ja, durchaus es haben sich sehr viele der geplanten Projekte umsetzen lassen. Aber was für mich noch viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass ich eine Botschaft an die Menschen draußen weitergeben konnte: Macht weiter und kämpft, denn das Leben wird euch nichts schenken. Auch konnten wir den Menschen zeigen, dass sie für ihre Ziele kämpfen müssen. Ich habe beispielsweise einen jungen Mann kennen gelernt, der keinerlei Ziele in seinem Leben hatte. Nachdem ich mit ihm gearbeitet habe, konnte ich ihn überzeugen, dass man im Leben auch oft kämpfen muss, wenn man etwas erreichen möchte.