Staatsangehörige aus Nicht-EU-Staaten (inklusive aller afrikanischer Staaten mit Ausnahme von Mauritius und den Seychellen) sind für Aufenthalte in Deutschland grundsätzlich visumpflichtig.
Visa werden in der Regel für einen bestimmten Aufenthaltszweck ausgestellt (z.B. Touristenvisa, Studentenvisa etc.). Die Art des Visums richtet sich nach dem Grund Ihres Aufenthalts und entspricht den verschiedenen Arten von Aufenthaltsgenehmigung (der einzige Unterschied besteht darin, dass Visa außerhalb von Deutschland ausgestellt werden).
Nach der Einreise in Deutschland können Sie eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Diese wird für denselben Aufenthaltszweck wie Ihr Visum ausgestellt. Der Grund Ihres Aufenthalts kann nach Ihrer Einreise nicht mehr geändert werden, sie können daher beispielsweise nicht mit einem Studentenvisum einreisen und anschließend eine Aufenthaltsgenehmigung für eine Arbeitserlaubnis beantragen. Wenn Sie Ihren Aufenthaltsstatus ändern möchten, müssen Sie wahrscheinlich zunächst in Ihr Heimatland zurückkehren, um von dort aus ein neues Visum zu beantragen! Sie sollten daher den Grund Ihres Aufenthalts vor Ihrem Visumantrag sorgfältig durchdenken.

Zuständigkeit zur Visumerteilung
Kraft Gesetzes (§ 71 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz) sind die Botschaften und Generalkonsulate (Auslandsvertretungen) der Bundesrepublik Deutschland für die Visumerteilung verantwortlich. Das Auswärtige Amt wird bei der Entscheidung von einzelnen Visumanträgen grundsätzlich nicht befasst. Örtlich zuständig für die Visumerteilung ist die Auslandsvertretung, in deren Amtsbezirk der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt bzw. seinen Wohnsitz hat. Bitte prüfen Sie die genauen Bestimmungen bei Ihrer lokalen Botschaft. Hier finden Sie eine Liste der Botschaften.

Visumgebühren
Seit dem 14. Mai 2008 beträgt die Visumgebühr einheitlich für alle Kategorien 60 Euro.

Bearbeitungsdauer
Im Regelfall benötigen die Auslandsvertretungen zwischen zwei und zehn Arbeitstagen, um über einen Antrag für ein Visum für einen kurzfristigen Aufenthalt zu entscheiden. Bei einem Antrag für ein Visum, das zu einem längerfristigen Aufenthalt oder zur Arbeitsaufnahme berechtigt, muss mit einer mehrmonatigen Bearbeitungszeit gerechnet werden. Während der Hauptreisezeiten können Wartezeiten auftreten, bis der Antrag bei der Auslandsvertretung gestellt werden kann. Ist zur Einreise nach Deutschland ein Visum erforderlich, sollte der Antrag deshalb rechtzeitig gestellt werden.

Antragsverfahren
Der Visumantrag ist vom Antragsteller grundsätzlich persönlich bei der Auslandsvertretung an seinem Wohnort mit allen erforderlichen Unterlagen einzureichen. Um zeitaufwändige Nachforderungen zu vermeiden, sollten Reisende sich rechtzeitig vor Reisebeginn auf der Internetseite der zuständigen Auslandsvertretung über das Visumverfahren und die bei Beantragung des Visums vorzulegenden Unterlagen informieren. In der Regel zählen hierzu:

  • ein Reisepass, der mindesten drei Monate über den Ablauf des Visums hinaus gültig ist, mit zwei leeren Seiten für die Einfügung des Visums.
  • Antragsformular(e) für Ihr Visum; die Anzahl hängt von der Nationalität des Antragstellers ab
  • 2 Passfotos
  • ein Nachweis Ihrer finanziellen Mittel zur Deckung der Lebenshaltungskosten während Ihres Aufenthalts
  • ein Nachweis Ihrer Krankenversicherung
  • ein Nachweis Ihres Aufenthaltsgrunds und/oder eine Hotelreservierung sowie ein Rückflugticket
  • ein Schreiben Ihres Arbeitsgebers oder Ihrer Bildungsinstitution
  • Für Selbständige ein Schreiben Ihres Steuerberaters, Bankberaters oder Ihrer lokalen Handelskammer.

Genau Informationen erhalten Sie bei Ihrer jeweiligen Auslandsvertretung.