Melody Ntem ist eine 26-jährige Sängerin, geboren in Siegen. Sie wuchs zunächst in Berlin auf, zog dann nach Mönchengladbach, lebte lange in Köln und studiert zurzeit Münster. Seit sie denken kann, dreht sich ihr Leben um die Musik. Sie singt, seit sie klein ist: bei ihr in der Familie singe man schon immer, erzählt sie uns in einem Interview.

 

Kein Wunder, bei so einer musikalischen Familie – auch ihren drei Brüdern liegt die Musik am Herzen. Der Jüngste spielt Schlagzeug und Klavier, der Mittlere hört eher selbst Musik, als dass er sie selbst macht, und der Älteste widmet seine Zeit dem Rap und dem Hip Hop, ist aber gelernter Familienwirt. Melody selbst spielt etwas Klavier, “nicht erwähnenswert”, sagt sie selbst – dafür arbeitet sie gerne mit einer so genannten Loopstation.

 

Mit einer Loopstation kann man unterschiedliche Instrumente und Stimmlagen aufnehmen und sie über vier, fünf verschiedene Knöpfe – „Buttons“ – abspielen. So kann man zum Beispiel auf Button 1 einen Bass, auf Button 2 ein Schlagzeug und auf den Buttons 3 bis 5 Stimmen in verschiedenen Tonlagen draufspielen. Damit arbeitet Melody sie gerne.

 

Melodys Familie kommt ursprünglich aus Ghana aus der Voltaregion. Sie selbst war erst einmal als kleines Kind dort, hat aber immer noch Kontakt zu ihrer Oma und anderen Verwandten, die dort weiterhin zuhause sind. Sie sagt, dass sie miteinander telefonieren sei ganz normal, fast alltäglich. Ihr Plan ist dennoch, ihre ghanaische Familie nächstes Jahr erneut zu besuchen. Sie erklärt, dass ihre Familie heute überall auf der Welt verteilt sei: nicht nur in Ghana und Deutschland habe sie Verwandte, sondern auch in den USA, in Großbritannien und Australien.

 

Die Sängerin studiert zurzeit an der Universität Münster Popgesang. Sie ist nun im dritten Semester. „Das erste Jahr war ein bisschen hart“, verrät sie, „aber mir gefällt es gut.“. In den ersten beiden Semestern stand vor allem viel Theorie auf dem Plan. Zusätzlich musste sie sich an eine neue Umgebung, ein ganz anderes Umfeld, neue Arbeitszeiten und Lernzeiten gewöhnen. Die einzige Frau im gesamten Jahrgang bringt viele Herausforderungen mit sich.

 

Bevor sie sich auf den Studiengang beworben hat und an verschiedenen Aufnahmeprüfungen teilgenommen hat, unter anderem auch bei der Popakademie in Mannheim, arbeitete sie als musikalische Erzieherin.

Sie machte eine Erzieherausbildung und setzte sich selbst den Schwerpunkt auf Musik, und konnte somit Beruf und Hobby vereinen. Melody war insgesamt fünf Jahre als musikalische Erzieherin tätig, jedoch nicht durchgängig: Anfangs arbeitete sie in Vollzeit, als vermehrt Gesangs- und Schauspielunterricht und Auftritte dazu kamen, reduzierte sie ihr Berufspensum auf eine Teilzeitbeschäftigung.

 

Melody arbeitete in verschiedenen Kindertagesstätten, in dem sie neben der musikalische Früherziehung auf verschiedenste Weise mit den Kindern kreative Arbeiten durchführte: sie malten Mosaike, lernten nähen, zeichneten eigene Kostüme und versuchten sie nachzunähen, sie färbten Textilien, batikten, tanzten zur aktuellen Popmusik, sangen – Melody bot den Kleinen ein buntes, kreatives Programm.

 

In der musikalischen Früherziehung zeigte sie schon den ganz Kleinen, wie sie mit Klanghölzern und anderen elementaren Musikinstrumenten spielerisch musizieren. Sie hörte mit ihnen Kindermusik,  Popular und auch Jazzmusik, dazu wurde getanzt, gesungen oder auch gemalt . Es gibt verschiedene Wege Gespür für Musik zu bekommen. Sie spielten mit Schwungtüchern, machten kleine Gesangsübungen, lernten sich einzusingen und vieles mehr.

 

Melody spielt in verschiedenen Bands: ihre Hauptband ist die Drum’n‘Bass-Band Spheroidaus Köln. Zu den Auftritten sagt sie “Man nimmt, was man bekommt” und lacht. Die 2-köpfige Band tritt ab und zu zum Beispiel im Coco Schmitz auf. Ansonsten sind sie ständig auf der Suche nach Auftritten in in verschiedenen Clubs, Cafés oder Bars. Melody wird bald auch Teil einer Eventreihe im Atelier Bar in Münster sein.

 

Außerdem ist sie Sängerin der Pop-Band Melody Ntem & the Boring People, mit der sie vor kurzem auch ihr erstes Musikvideo zu dem Song ETA rausbrachte. Gitarre und Bass spielt Lennard Merkl und am Schlagzeug sitzt Felix Horstmann. Die drei bilden ein gemischtes Trio, leben in Münster, Stuttgart und Mönchengladbach. Mit der Band Melody Ntem and the Boring Peolple werden sie auch für Hochzeiten und Konzerte gebucht, sogar auf kleinen Festivals wie dem Fairstival durften sie auftreten.

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Melody singt normalerweise auf Englisch, doch der Song ETA ist was ganz besonderes: sie singt ihn in ihrer Heimatsprache Ewe. „In dem Song geht es um einen geliebten Menschen, mit der in einer toxischen Beziehung stehe, so dass ich aus Selbstschutz nicht mehr mit der Person reden kann.“, erzählt sie, „In dem Song singe ich alle Schimpfwörter, die dieser Mensch mir an den Kopf knallt, aber verarbeite sie mit meinen Kindheitserinnerungen von Ghana in einem verspielten und fröhlichem Song.“