Viele Wissenschaftler feiern, dass dieses Jahr zwei Frauen die Nobelpreise in Physik und Chemie bekommen haben. Donna Strickland und Frances Arnold sind die 20. und 21. Wissenschaftlerin, die vom Nobel Komittee geehrt wurden. Nichts desto trotz ist über 100 Jahre lang kein Wissenschaftler mit afrikanischen Wurzeln je mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Winston Morgan schrieb Anfang des Monats einen interessanten Artikel für die The Conversation UK der University of East London über den Zusammenhang von Nobelpreisträgern und ihrer Hautfarbe.

Jedes Jahr fallen die jährlichen Oktober Nobelpreis Ankündigungen mit dem Black History Month zusammen, welcher einen daran erinnere, dass von mehr als 900 Nobelpreisträgern gerade mal 14 (1,5%) afrikanische Wurzeln hatten und davon niemand im Bereich Wissenschaft – zehn wurden im Bereich Frieden, drei im Bereich der Literatur und einer, Arthur Lewis, wurde für seine Arbeit in der Wirtschaft ausgezeichnet.

Im Kontrast dazu seien schon über 70 asiatische Preisträger, die Mehrheit davon in Wissenschaft, ausgezeichnet worden. Und diese Anzahl steige seit 2000 stark an. Diese Quote sei dem steigenden Einfluss und Macht von japanischen, chinesischen und koreanischen Universitäten und dem Erfolg der Asian American Academy zu verdanken. Es sei durchaus von Vorteil, wenn man Teil einer angesehenen Einrichtung und in der Position große, teure Wissenschaft zu führen, ist.

Viele junge, intelligente, Menschen mit afrikanischen Wurzeln wählen einfach nicht die Wissenschaft. Hinzu kommt, dass es für alle Menschen mit afrikanischen Wurzeln besonders in westlichen Ländern viel schwieriger sei, Wissenschaften zu studieren, einen guten Abschluss zu machen und in der wissenschaftlichen Karriere fortzuschreiten. Studien haben ergeben, dass weibliche Vorbilder andere Frauen dazu motivieren, ihre Karrieren in der Wirtschaft zu verfolgen – das wäre bei Menschen mit afrikanischen Wurzeln sicher nicht anders.

Während Morgans eigenes Studiums begannen viele Kurse damit, dass der Professor die inspirierende Arbeit eines Nobelpreisträgers beschreiben würde, welche normalerweise weiß waren. Auf der einen Seite motivierte es ihn, Wissenschaftler zu werden, auf der anderen Seite schien es immer unwahrscheinlicher, ein hohes Level an Erfolg zu erreichen, wenn nie ein schwarzer Wissenschaftler in der Geschichte bekannt war. Er sagt auch, dass es für seine weißen Kommilitonen, Tutoren, Mitarbeiter der Universitäten und so weiter einfacher gewesen wäre, sein Potenzial zu sehen und ihn angemessen zu behandeln, hätte es schwarze Vorbilder gegeben.

Morgan glaubt, dass viele Wissenschaftler mit afrikanischen Wurzeln nicht nur Sieger über Gleichberechtigung wären, sondern auch der Gesellschaft zugute kämen. Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs und andere Krankheiten sind beispielsweise anfälliger für Schwarze oder Menschen afrikanischer Herkunft, trotzdem basiert die Forschung meist auf Untersuchungen zu weißen Menschen. Mehr schwarze Wissenschaftler, besonders in höheren Positionen, könnten den Fokus anders richten, anders verstehen und ganz andere Einblicke in der Untersuchung dieser Bedingungen gewinnen.

Seiner Meinung nach könne man mit erfolgreichen Kampagnen, gestützt von politischen Handlungen, auch die Anzahl weiblicher Wissenschaftler in führenden Institutionen bedeutend vergrößern, warum sollte dies nicht auch mit schwarzen Wissenschaftlern und potenziellen Nobelpreisträgern funktionieren?