MoneyGram beschäftigt in Deutschland zahlreiche Mitarbeiter afrikanischer Herkunft. Chadrel Otaba aus Gabun, Fatma Ben Saad aus Tunesien und Bruno Appoh aus Togo sind drei davon. Im Interview mit dem Afrika! Magazin erzählen Sie uns, wie der Weg aus ihren Heimatländern sie nach Deutschland und letztlich zu MoneyGram geführt hat.

 

Afrika! Magazin: Sie kommen alle drei aus verschiedenen afrikanischen Ländern, haben einen unterschiedlichen Lebensweg und doch haben Sie eins gemeinsam: Sie arbeiten bei MoneyGram in Deutschland. Was hat Sie damals ursprünglich dazu bewegt, nach Deutschland zu ziehen?

Chadrel: Ich habe mich nach meinem Abitur in Gabun für ein Stipendium im Ausland beworben. Ich hatte als Wunschländer Burkina Faso, Spanien und Deutschland angegeben. Die Regierung von Gabun gab mir dann die Chance in Deutschland zu studieren.

Fatma: Bei mir war es so, dass ich einen Deutschen mit tunesischen Wurzeln geheiratet habe und mit ihm nach Deutschland gezogen bin. Dort wollte ich eine neue Zukunft beginnen.

Bruno: Mir ging es denke ich ähnlich wie Chadrel. Ich war damals jung, motiviert, zielorientiert und ich wollte eine bessere Zukunft als ich sie in meinem Heimatland Togo hätte haben können.

 

Sie arbeiten nun bei MoneyGram, doch dies war nicht von Anfang an der Fall. Wie verlief der Start für Sie in einem fremden Land? Welche Startschwierigkeiten kann es für jemanden geben, der von weit her hierhin zieht?

Chadrel: Meine erste große Herausforderung war die Sprache. Ich hatte keine Deutschkenntnisse und musste ein Jahr intensiv Deutsch lernen, um am Ende eine Prüfung für die Annahme an der Hochschule ablegen zu können, die DSH Prüfung. Ich hatte Glück, denn dank meines Stipendiums konnte ich mich voll und ganz auf den Sprachkurs konzentrieren.

Fatma: Ich würde sagen aller Anfang ist schwer aber auch bei mir war anfangs die Sprache das größte Hindernis. Hinzu kommt, dass es sehr schwierig ist Abschied von seiner Familie zu nehmen und sich in eine fremde Gesellschaft zu integrieren.

Bruno: Die beiden haben vollkommen Recht. Für mich war der Anfang in Deutschland damals sehr schwer. Die neue Sprache, die großen kulturellen Unterschiede, der Umgang mit einem neuen Land und neuen Leuten. Anfangs musste ich mich auch an die deutsche Genauigkeit gewöhnen, insbesondere die Pünktlichkeit!

 

Sie kommen alle aus verschiedenen Ländern Afrikas. Welche kulturellen Unterschiede sehen Sie zwischen Ihrem Heimatland und Deutschland? Welche Unterschiede gibt es im Alltagsleben?

Chadrel: Die Isolierung ist in Deutschland sehr stark. Hier lebt man für sich selbst. Mit den Nachbarn wird fast nichts getauscht. Nur ein „Hallo“ wenn man Lust hat, sonst nichts.

Fatma: Das finde ich auch. Es ist eigentlich nicht zu vergleichen, jedes Land hat seinen ganz eigenen Charme. In meiner Heimat, Tunesien, ist das Zusammenleben viel intensiver. In Tunesien ist das Leben lockerer als hier. In Deutschland gibt es mehr Disziplin und Hektik im Alltag.

Bruno: Meiner Meinung nach gibt es viele kulturelle Unterschiede. Auch in Togo sind die Leute beispielsweise viel aufgeschlossener und lockerer. Es wird viel gelacht.

 

Was macht Ihre Arbeit bei MoneyGram so besonders?

Chadrel: Der direkte Kontakt mit Kunden aus verschieden Kulturen. Man kann viel über die anderen Kulturen der Welt erfahren. Es ist interessant zu hören, wie die Kunden mit einem “Bei uns…“ anfangen, Geschichten über ihre Heimatländer erzählen.

Fatma: Auch für mich ist der alltägliche Kontakt mit verschieden Leuten das Besondere an dem Job. Die verschiedene Nationalitäten, Sprachen, Kulturen und Denkweisen sind immer wieder faszinierend.

Bruno: Der direkte Kundenkontakt ist vor allem so interessant, weil man immer wieder etwas über fremde Kulturen lernt. Auch nach mehreren Jahren bei MoneyGram lernt man immer wieder Neues kennen.

 

Sie bringen alle verschiedene Erfahrungen mit: Verschiedene Herkunftsländer, verschiedene Lebenswege, verschiedene Erlebnisse. Wie fließen diese Erfahrungen in die Arbeit bei MoneyGram ein?

Chadrel: Trotz unserer unterschiedlichen Erfahrungen verläuft der Austausch zwischen uns sehr gut. Es ist wie auf einem Markt. Man gibt ein bisschen etwas von seiner Erfahrung und bekommt dafür auch von den Kollegen ein wenig Lebenserfahrung oder auch Tipps für den Umgang mit Kunden aus der jeweiligen Heimat zurück.

Fatma: Ich kann mich durch meine Erfahrungen gut in die Lage meiner Kunden hineinversetzten, da ich selbst ein ,,Fremder“ im Ausland bin. Man ist menschlicher und automatisch hilfsbereiter, da man selbst weiß, wie schwer es anfangs ist, in einem fremden Land seinen Weg zu finden.

Bruno: Insgesamt ist man einfach sehr reif für fast jede individuelle Situation und weiß, wie man mit Kunden aus den verschiedensten Ländern umzugehen hat.

 

Sie leben in Frankfurt, Hamburg und Berlin – welche Tipps haben Sie – gerade für neu Zugezogene -, wenn das Heimweh plagt?

Chadrel: Es gibt in jeder größeren Stadt mindestens einen afrikanischen Verein oder ein Landesforum. Das kann eine große Hilfe sein. Die verschiedenen Veranstaltungen von diesen Vereinen geben die Möglichkeit, andere Mitbürger aus unseren Heimatländern kennenzulernen. In Mainz habe ich zum Beispiel durch ein Fußballturnier des Vereins „Afrikanische Studierende von Mainz“ andere Gabuner kennengelernt.

Fatma: Das Heimweh ist nicht so schlimm, wie damals. Heute hat man mehr Möglichkeiten das Heimweh zu mindern. Durch das Internet ist die Welt ein kleines Dorf geworden.

Bruno: Bezogen auf Hamburg würde ich sagen, dass es eine sehr multikulturelle Stadt ist, in der man überall ein Stück von jeder Kultur findet. Neu Zugezogenen würde ich raten an die Orte zu gehen, an denen man wenigstens ein bisschen seiner Heimatkultur mitbekommt. Das mindert das Heimweh ebenfalls.

 

Gab es bei Ihrer Arbeit bei MoneyGram einen besonderen Moment, an den Sie sich gerne erinnern?

Chadrel: Als ich vor ein paar Jahren noch in Koblenz gearbeitet habe, habe ich nur schöne Momente erlebt. Einer von denen war, als ich eine neue Kollegin empfangen habe und ihr geholfen habe, ihre erste Woche bei MoneyGram zu erleben. Ich habe dadurch selbst wieder meine erste Woche bei MoneyGram in Erinnerung gehabt.

Fatma: Einer der besondersten Momente in meiner Zeit bei MoneyGram war 2010. Durch einen privaten Kontakt hatte ich die Mög- lichkeit, bei einem der größten kulturellen Events Berlins, dem „Karneval der Kulturen“, MoneyGram bei einer Promo zu vertreten. Wir hatten das Glück kostenlos teilnehmen zu dürfen und den Wagen der Ghana Ge- meinde mitzubenutzen. Die Ghana Gemein- de erhielt an diesem Tag den ersten Platz. Im gleichen Jahr habe ich unter anderem deswegen eine Dankeschön-Prämie von MoneyGram erhalten.

Bruno: Mein besonderer Moment ereignete sich im Jahr 2008, als ich aufgrund meiner besonderen Leistung eine Prämie bekam. Das hat mir gezeigt, dass ich es auch hier schaffen kann, erfolgreich zu sein.